Dieser Tag war ein klassischer Transition Day.
Von Habarana nach Kandy: Eine Strecke von insgesamt etwa 2 Stunden, viele Eindrücke, mehrere Stopps.
Goldener Tempel – Weiß gekleidete Kinder und ein blauer Mönch
Unser erster Halt war der Goldene Tempel in Dambulla. Schon beim Aussteigen merkten wir: Heute war hier einiges los. Pause bei der buddhistischen Sonntagsschule. Überall Kinder in weißen Gewändern. Sie saßen in Gruppen, liefen lachend über das Gelände, manche hielten Blumen in den Händen. Manche winkten uns, andere lächelten uns verschmitzt zu.

Weiß steht im Buddhismus für Reinheit und spirituelle Hingabe. Es war ein schönes Bild, so viele junge Menschen, die selbstverständlich Teil religiöser Rituale sind. Keine Pflichtveranstaltung mit langen Gesichtern, sondern lebendige Gemeinschaft.

Mir gefiel die Stimmung etwas abseits des Haupttempels gut. Oberhalb einer Mauer standen unzählige Mönchsfiguren, jede in einer anderen Haltung. Der zweite war blau. Zwischen all dem Orange und Gold wirkte er fast fremd.
Pubuduni erklärte uns, dass dieser Mönch in einem früheren Leben ein schlechter Mensch gewesen sei, der andere geschlagen habe. Als Konsequenz sei er als blauer Mensch wiedergeboren worden.

Im Buddhismus spielt Karma eine zentrale Rolle. Die Vorstellung, dass jede Handlung Folgen hat, über dieses Leben hinaus. Nichts verpufft einfach und alles hinterlässt eine Spur.
Der Felsentempel – und wieder viele Stufen
Dann ging es weiter zum berühmten Felsentempel von Dambulla. Zum Glück wussten wir vorher nicht, wie viele Stufen uns erwarteten. Die Teenager hätten vermutlich spontan Streik angekündigt.

Der Aufstieg war anspruchsvoll. Florin bestand darauf, getragen zu werden. Und Carsten schleppte tapfer. Oben angekommen: Höhlen, in den Fels geschlagen, gefüllt mit Buddha-Statuen und jahrhundertealten Wandmalereien. Der Tempel stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und gehört zu den bedeutendsten Höhlentempeln Sri Lankas.

Es war beeindruckend. Und gleichzeitig fühlte ich mich dort nicht ganz wohl. Vielleicht lag es an den vielen Menschen. Vielleicht daran, dass ich das Gefühl hatte, die Gläubigen bei ihrer Andacht zu stören. Niemand gab mir dieses Gefühl, es kam aus mir selbst.

Manchmal sind es nicht die Orte, sondern die eigene innere Haltung, die entscheidet, wie wohl man sich fühlt.

Umso schöner war es, wieder in unserem geräumigen Bus zu sitzen, Fenster auf, Fahrtwind im Gesicht.
Ayurveda-Garten – Wissen und Wohlgefühl
Nach einiger Zeit hielten wir in einem Ayurveda-Garten. bei einer kleine Führung wurden uns Heilkräuter und deren Wirkung erklärt. Vieles war mir schon vertraut, aber es war schön, die Pflanzen direkt zu sehen.
Valentina, Pubuduni und ich gönnten uns noch eine kurze ayurvedische Kopfmassage.

In der Ayurveda-Apotheke kauften wir eine Haartinktur. Natürlich war dieser Halt ein klassischer Touri-Hotspot, aber dennoch ein gepflegter Garten und ein angenehmer Zwischenstopp.
Kandy – bunt, laut und lebendig
Kandy ist anders als die Orte zuvor. Bunter. Lauter. Lebendiger. Die Stadt liegt malerisch an einem See, umgeben von Hügeln und gilt als kulturelles Herz Sri Lankas. Hier befindet sich auch der berühmte Zahntempel, der eine Reliquie Buddhas beherbergen soll.

Wir hatten Zimmer in einem Hotel oben auf einem Hügel gebucht, mit fantastischem Blick über die Stadt und den See. Das Hotel war etwas in die Jahre gekommen, aber sehr sauber. Schnell eingecheckt und gleich weiter.
Tanz, Trommeln und volle Reihen
Im Public Theatre wollten wir eine traditionelle Tanzaufführung sehen. Jeder Platz war besetzt. Es war warm, dicht, lebendig. Die Tänzer wirbelten in farbenfrohen Kostümen über die Bühne, begleitet von Trommeln und Gesang. Akrobatik, Feuer, Rhythmus: Die Stimmung war großartig.

Danach aßen wir noch zu Abend, wieder mit Blick über die Lichter der Stadt. Später saßen wir mit Onkel und Nirosh zusammen und tranken einen kleinen Absacker.
Wir sprachen über die Unterschiede zwischen Deutschland und Sri Lanka. Zeigten Fotos von Schnee, Herbstlaub und Frühling. Erklärten Jahreszeiten. Sie erzählten von Monsun und Hitze.

Ein schöner, entspannter Abend nach einem anstrengenden Tag voller Tempel, Kräuter und Menschen.





























































































