Stufen, Geschichten und Baumhäuser in Habarana

Wir starteten früh und das sehr gern, aus unserem eher schmuddeligen Hotel. Manche Unterkünfte verlässt man mit einem letzten wehmütigen Blick, andere mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Take-away Frühstück: String Hoppers. Köstlich!
Take-away Frühstück II: Obst. Lecker!
Leo auf Frühstücks-Jagd.

Auf dem Weg nach Habarana machten wir Halt in Mihintale. Auch hier durften wir dank unseres „Boss-Babys“ bis zum nächstgelegenen Parkplatz vorfahren. Ein Vorteil, den wir inzwischen sehr zu schätzen wussten.

Ein Parkplatz-Affe.

Mihintale – zwischen Ruinen und Weite

Mihintale gilt als Wiege des Buddhismus in Sri Lanka. Hier soll im 3. Jahrhundert v. Chr. der indische Mönch Mahinda dem damaligen König begegnet sein. Ein Treffen, das die Geschichte des Landes veränderte. Heute stehen dort Tempelruinen, Stupas und lange Treppen, die sich den Hügel hinaufziehen.

Mystische Atmosphäre.

Zunächst erkundeten wir die alten Mauern und gingen ein Stück am See entlang durch den Wald. Es war still, fast ein wenig mystisch. Bis wir Bären-Exkremente entdeckten. An dieser Stelle entschieden wir uns, unsere Abenteuerlust minimal zu drosseln und kehrten um. Auch mit unserer „Geheimwaffe“ wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen.

Magischer Ort.

Unser Onkel, wie wir ihn nannten, hatte früher als Soldat gedient und war im Krieg schwer verletzt worden. Seine Kameraden hatten es nicht überlebt. Er brauchte zwei Jahre, um sich zurück ins Leben zu kämpfen. Dass er heute mit uns unterwegs war, ruhig, aufmerksam, immer mit einem Blick auf Florin, machte ihn für uns noch beeindruckender.

Im Singhalesischen spricht man Menschen selten mit dem Vornamen an. Stattdessen verwendet man familiäre Bezeichnungen. Einen älteren Mann nennt man „Mama“ – Onkel. Jemanden im Alter eines älteren Bruders spricht man als „Aiyaa“ an. Pubuduni nannte unseren Fahrer entsprechend „Bruder“. So sagt Pubuduni zu Carsten und mir „Papa“ und „Mama“. Es ist eine schöne Gepflogenheit: Nähe entsteht über Sprache.

1000 Stufen und ein Gipfelmoment

Dann begann der Aufstieg. Viele Stufen. Sehr viele.
Ein Teil der Strecke wieder barfuß und ohne Kopfbedeckung. Vermutlich waren es an die tausend Stufen bis zum Gipfel.

Florin – wild entschlossen.

Florin ging vorneweg, voller Energie. Die letzten Stufen erklomm er an der Hand einer älteren Dame, die ihn ganz selbstverständlich mitnahm. Es war ein leiser, berührender Moment: ein Kind aus Deutschland, geführt von einer sri-lankischen Großmutter, es bauchte keine Worte.

Super Team auf dem Weg zum Gipfel.

Oben wurden wir mit einem weiten Ausblick und einer ganz besonderen Stimmung belohnt. Wind, Weite, Geschichte.

Ausblick.
Buddha-Statue.

Kaffee-Rettung und Baumhäuser

Danach ging es weiter nach Habarana. Unterwegs brauchten wir dringend Kaffee und fanden ein kleines Café für eine kurze Pause. Natürlich gab es auch etwas zu essen und frische Säfte.

Am Nachmittag erreichten wir unser Resort. Und diesmal war es genau das Gegenteil des vorherigen Hotels. Die Anlage lag in einem liebevoll angelegten Garten, vier Hütten auf Stelzen oder in den Bäumen, denn schließlich befanden wir uns im Elefantengebiet.

Die Badezimmer lagen unter freiem Himmel. Naturgeräusche inklusive.

Leo und Valentina jubelten, als sie die höchste Hütte beziehen durften. Der Pool wirkte einladend, die gesamte Anlage ruhig und besonders. Wir fühlten uns sofort wohl.

Das Abendessen nahmen wir im Hotel ein, während die Dämmerung zwischen den Bäumen versank.

Ein magischer Tag.

10 verblüffende Fakten zu Sri Lanka

1. Perle des Indischen Ozeans

Sri Lanka wird wegen seiner Form, Lage und natürlichen Schönheit oft Perle des Indischen Ozeans oder Träne Indiens genannt — es liegt direkt südlich von Indien im Indischen Ozean.

2. Verblüffendes aus dem Geschichtslexikon

Sri Lanka war das erste bekannte asiatische Land mit einer weiblichen Monarchin: Königin Anula von Anuradhapura (47–42 v. Chr.). Anuradhapura wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Umgebung des Sri Mahabodhi Baumes gegründet und war die erste Hauptstadt Sri Lankas. Im Jahre 100 n. Chr. war die Stadt etwa die neuntgrößte der Welt. Der Inselstaat hieß früher Ceylon und wurde 1972 offiziell in „Sri Lanka“ umbenannt. Zuvor trug er auch andere historische Bezeichnungen wie Taprobane.

3. Flagge mit Symbolkraft

Die sri-lankische Flagge gehört zu den ältesten offiziellen Nationalflaggen weltweit und enthält viele symbolische Elemente (Löwe, Schwert, Blätter).

4. Buddha-Zahn und Respektkultur

Der im Tempel von Kandy verehrte Zahn Buddhas gilt als eine der wichtigsten religiösen Reliquien des Landes. Beim Umgang mit buddhistischen Symbolen muss äußerste Vorsicht gelten – Respekt wird streng erwartet.

5. Tee ist Teil der Infrastruktur

Die Eisenbahnstrecke im Hochland Sri Lankas wurde ursprünglich vor allem für den Transport von Tee gebaut – ohne Tee hätte es die Zugverbindungen wohl nicht gegeben. Sri Lanka ist einer der größten Teeproduzenten der Welt; der berühmte Ceylon-Tee stammt von hier.

6. Verkehrsmusik statt Eismann-Musik

Wie in manchen Ländern die Eismann-Musik durch Straßen klingt, spielen sri-lankische „Bread-Vans“ Beethoven-Melodie für Brotverkäufe — eine ungewöhnliche, aber charmante Straßenakustik. Aber auch sonst bewegen sich die TukTuks lautstark voran.

7. UNESCO – Weltkultur- und Naturerbe

Sri Lanka ist reich an Biodiversität mit über 14 Nationalparks, hunderten endemischen Vogelarten und einer üppigen Flora. Die Felsenfestung Sigiriya – ein massiver Monolith mit antiker Gartenarchitektur – ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der beeindruckendsten historischen Bauwerke Asiens.

8. Fläche und Bevölkerung im Vergleich

Mit rund 66 000 km² ist Sri Lanka ähnlich groß wie Bayern, aber dichter besiedelt — etwa 22 Millionen Menschen leben dort.

9. Digital-Nomaden-Visa 2026

Seit Februar 2026 gibt es ein spezielles Digital-Nomad-Visum, das Aufenthalte von mindestens einem Jahr für Remote Workers ermöglicht – bei bestimmten Einkommens- und Versicherungsnachweisen.

10. Mehrsprachige Insel

Amtssprachen sind Sinhala und Tamil; Englisch dient als Brücken- bzw. Verkehrssprache im Alltag und im Tourismus. Sri Lanka weist eine hohe Alphabetisierungsrate auf (über 90 %) und bietet breite Bildungschancen, auch für Mädchen, trotz historischer Bürgerkriegsfolgen.

Barfuß zwischen Bodhi-Baum und Stupa

Am zeitigen Vormittag holte uns unser Fahrer vom Hotel ab. Die Sonne stand bereits hoch, als wir uns auf den Weg zu einem der wichtigsten spirituellen Orte Sri Lankas machten: Sri Maha Bodhi.

Sri Maha Bodhi

Sri Maha Bodhi ist kein Tempel im klassischen Sinne, sondern ein Baum. Und doch ist er einer der heiligsten Orte des Buddhismus. Der Bodhi-Baum in Anuradhapura gilt als direkter Ableger jenes Baumes, unter dem Siddhartha Gautama vor über 2.500 Jahren die Erleuchtung erlangte. Seit mehr als zwei Jahrtausenden wird dieser Baum hier gepflegt, bewacht und verehrt.

Schuhe aus!

Schon am Eingang zogen wir unsere Schuhe aus. Ab hier ging es barfuß weiter, ohne Kopfbedeckung. Der Sand war bereits am Vormittag erstaunlich warm, am Nachmittag wäre das für unsere europäischen Füße vermutlich eine echte Herausforderung geworden.

Menschen in weißen Gewändern brachten Blumen, verharrten still, berührten ehrfürchtig den Boden. Es lag eine besondere Ruhe in der Luft. Keine aufgesetzte Feierlichkeit, eher eine stille Selbstverständlichkeit.

Der Bodhi-Baum.

Ein junger Mann trat vorsichtig auf uns zu und bat darum, ein Foto von Florin und Valentina machen zu dürfen. Unser „Onkel“ erklärte uns später, dass das Ehepaar seit langer Zeit auf ein Kind hoffe. In diesem Ritual stecke die Hoffnung, durch das Abbild gesunder Kinder dem eigenen Wunsch näherzukommen. Es war ein Moment, der mich sehr berührte.

Lagebesprechung im Schatten.

Wir wurden immer wieder neugierig betrachtet, aber nie aufdringlich. Besonders Florin stand im Mittelpunkt, vor allem als er sich im Sand niederließ um mit seinen Dinos zu spielen. Jedes Lächeln, das ich verschenkte, kam zurück.

Die Gang und Dino.
Schuhe zurück.
Wasserlilien.
Unsere heutige prinzessin.

Ruwanwelisaya

Der nächste Halt war die Stupa Ruwanwelisaya – eine der bedeutendsten buddhistischen Stätten des Landes. Die große, weiß leuchtende Kuppel wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. errichtet und soll Reliquien Buddhas beherbergen. Sie gehört zu den wichtigsten Pilgerorten Sri Lankas.

Stupa.

Schon von weitem wirkte sie monumental und zugleich erstaunlich ruhig. Glatt, fast vollkommen, strahlte sie im Sonnenlicht. Gläubige umrundeten die Stupa im Uhrzeigersinn, manche beteten, andere saßen still im Schatten.

Auch hier gingen wir barfuß, ohne Kopfbedeckung. Pubuduni hatte uns im Vorfeld instruiert: lange Hosen oder Röcke, bedeckte Schultern – Respekt zeigt sich auch in der Kleidung.

Dank unseres „Boss-Babys“ durften wir mit dem Auto relativ nah heranfahren und mussten keine langen Wege zurücklegen. Während wir die Anlage erkundeten, knabberte Florin entspannt die selbstgemachten Cookies von Pubus Mama und ließ sich vom Onkel im Kinderwagen von Schattenplatz zu Schattenplatz schieben.

Die Atmosphäre war auch hier besonders. Ich hatte das Gefühl, ausschließlich freundlichen und wohlgesonnenen Menschen zu begegnen. Vielleicht lag es am Ort. Vielleicht an unserer eigenen Haltung.

Schatten, Curry und ein verstecktes Restaurant

Nach all der Sonne sehnten wir uns nach Schatten und kühlen Getränken. Unser Reiseteam brachte uns zu einem versteckten Restaurant, von außen unscheinbar, innen eine kleine Oase. Wir genossen wunderbares Curry und einen erfrischenden Nachtisch, während draußen die Hitze flimmerte.

Lunch im Schatten.
Läuft nur so weit, wie das Bluetooth-Signal reicht.
Das Gurken-Curry war besonders lecker.

Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir an einem Stausee, der die umliegenden Reisfelder versorgte. Dort gab es unzählige Affenfamilien in den Bäumen, aber auch Papageien und Schmetterlinge. Der kurze Halt hat uns Spaß gemacht.

Über uns Papageien.
Blondes Äffchen.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück. Nach einer kurzen Pause machten wir uns erneut auf den Weg, diesmal zu einem Restaurant mit Live-Musik.

Dort stand ein entzückender älterer Herr an einer kleinen Kochstation und bereitete Hoppers zu. Hoppers – oder „Appa“ – sind schalenförmige, knusprige Pfannkuchen aus fermentiertem Reismehlteig mit Kokosmilch. Außen dünn und kross, innen weich. Man isst sie pur, mit Ei in der Mitte oder zusammen mit Curry.

Konzentrierte Zubereitung der Hoppers.

Wir saßen da, hörten Musik, beobachteten das Wenden der Hoppers in der heißen Pfanne und merkten, wie sich dieser Tag ruhig und rund anfühlte.

Barfuß durch Geschichte.
Und abends knusprige Reispfannkuchen. Lucky us.

Einladung zum Lunch und weiter nach Anuradhapura

Um 10:00 Uhr begann unser erster Transittag.
Unser Fahrer holte uns pünktlich ab und brachte eine kleine Überraschung mit: Neben ihm saß ein älterer Herr, der sich als Helfer und Techniker vorstellte. Offenbar reist man hier mit doppelter Absicherung. Später sollte sich herausstellen, dass dieser „Onkel“, wie wir ihn nennen durften (dazu später mehr), die ultimative Geheimwaffe ist: Geduldig, immer ein Auge auf Florin habend, always ready to fight against anything, liebenswert und angenehm. Unser Fahrer Nirosh war ebenfalls ein angenehmer Mensch, hatte sehr gute Ausflugsideen und störte sich nicht an unseren spontanen Planänderungen.

Vorfreude auf das Familien-Lunch.

Den Fahr-Service hatte ich von Deutschland aus gebucht. Uns war wichtig, dass wir als so große Gruppe zuverlässig vorankamen. Public Transport war möglich und gut ausgebaut, aber mit unserem vielen Gepäck keine Option. Bereits im Januar hatte ich verschiedene Angebote eingeholt und mit den Agenturen gesprochen.

Der Bus war großzügig bemessen, ausgelegt für zehn Personen, mit reichlich Platz für unser Gepäck. Nach den ersten Tagen mit TukTuks fühlte sich das fast luxuriös an.

Zwischenstopp in Kuliyapatiya

Unser erster Halt nach etwa einer Stunde führte uns nach Kuliyapatiya, dem Heimatort von Pubudunis Familie. Noch bevor wir zum Haus fuhren, legten wir einen kurzen Stopp an ihrer ehemaligen Schule ein.

Public School von Kuliyapatiya.

Dort war gerade Sportfest.

Etwa 600 Kinder standen auf dem Schulhof. Weiße Blusen, schwarze Hosen, dazwischen einzelne bunte Krawatten in den srilankischen Nationalfarben. Wettkämpfe liefen, Gruppen sammelten sich, Bewegung überall und plötzlich standen Carsten, Pubuduni und ich mittendrin.

Eine tolle Stimmung.

Für einen kurzen Moment schien alles langsamer zu werden. Gespräche verstummten, Blicke hoben sich. Eis und Schulbrote blieben halb in der Hand. Alle Augen richteten sich auf uns.

So oft kommen hier vermutlich keine deutschen Besucher vorbei.

Noch ein kurzer Abstecher zum Klassenzimmer, ein paar Fotos auf dem Schulhof und schnell zurück zur wartenden Reisegruppe.

Klassenzimmer.
Bankreihen.

Endlich die Mama

Dann ging es weiter zum Haus der Familie.
Und endlich konnte ich Pubus Mama sehen und umarmen.

Eine unfassbar starke, warmherzige Frau. Mir war sofort klar, woher Pubuduni ihr Temperament und ihren Humor hat. Auch Bruder und Schwester waren da. Der Papa arbeitet im Ausland und ist nur alle paar Monate zu Hause.

Wir wurden begrüßt, wie man es sich nur wünschen kann: selbstgemachte Süßigkeiten, Kokoskuchen, Ölkuchen, Kekse und King Coconut Wasser. Carsten war sofort in der Küche verschwunden, angezogen von den Düften. Pubus Mama und Dulhani hatte seit Tagen vorbereitet. Der Bruder ging an diesem Tag extra nicht zur Schule.

Es duftete köstlich.
Unter jedem Deckel befand sich eine andere Köstlichkeit.

Im Haus herrschte ein lebendiges Gewusel. Deutsch, Singhalesisch, Englisch – alles gleichzeitig. Das Haus selbst war gemütlich, der Garten klein, aber dicht bepflanzt mit Kräutern, Obst und allem, was essbar und in der Küche verwertbar ist.

Fischbällchen und Papadams.

Dann wurde aufgetischt.

Der Tisch bog sich unter Currys, Fisch, Huhn (überwiegend vegetarisch) dazu perfekt gegarter Reis. Es war eines dieser Essen, bei denen man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Gespräche, Lachen, Nachschlag. Eine internationale Familie an einem Tisch. Für uns gab es Besteck, alle anderen aßen mit den Händen.

Ein Festmahl.

Das war einfach nur wundervoll und wir fühlten uns mehr als Willkommen. Eine zweite Familie auf der anderen Seite der Welt zu haben, ist etwas ganz besonderes und macht mich demütig.

Weiter nach Anuradhapura

Am Nachmittag verabschiedeten wir uns schweren Herzens. Pubuduni würde während unserer Reise noch einmal zu ihrer Familie zurückkehren, um ihre Deutsch-Prüfung abzulegen.

Die Fahrt führte weiter nach Anuradhapura. Als wir am späten Abend am Hotel am See ankamen, wartete eine kleine Ernüchterung. Die Zimmer waren… sagen wir: ausbaufähig.

Schläfchen unterwegs.

Aber nach so einem Tag relativiert sich vieles. Wir spazierten noch am See entlang zu einem Restaurant, ließen den Abend ruhig ausklingen und beschlossen, schlechte Zimmer einfach mit Humor (und einer Portion Desinfektionsmittel) zu nehmen. Ich war sowieso versöhnt, entdeckte ich im See doch eine Schildkrötenfamilie.

See von Anuradhapura.
Sagt mal „Kackapopo!“

Ein Tag, der mir besonders im Herzen bleiben wird.

Lagunen, King Coconut und sehr scharfes Curry

Negombo zeigte sich auch an diesem Morgen von seiner entspannten Seite. Nach einem wunderbar lokalen Frühstück – Roti mit Dal, Chili und Kokoshonig – wurden wir gegen 11 Uhr abgeholt.

Bananen, so lecker!

Etwa eine Stunde Fahrt brachte uns zum Dutch Canal. Schon unterwegs merkten wir: Die Fahrer waren freundlich, offen, sprachen sehr gut Englisch. Zwischendurch hielten wir spontan am Straßenrand, um Bananen zu kaufen. Wir lieben diese kleinen, festen, aromatischen Früchte.

Fischfang-Einführung.

Am Kanal angekommen, bekamen wir eine kurze Einführung in den Fischfang der Region, dann stiegen wir ins Boot und fuhren los.

Safety first.

Unterwegs in den Lagunen

Die nächsten eineinhalb Stunden vergingen erstaunlich schnell. Die Lagunen rund um Negombo sind ruhig, grün und voller Leben. Wir sahen Eisvögel, Reiher, Affen, Warane, Pfauen, Fische, Schmetterlinge und sogar ein kleines Baby-Krokodil. Die Kinder hielten ständig Ausschau, wer das nächste Tier zuerst entdeckte.

Vogel.

Zwischendurch gab es für jeden eine King Coconut. Das Kokoswasser schmeckte leicht süßlich und überraschend frisch, genau richtig bei den Temperaturen.

King Coconut – erfrischend und hydrierend.
Ein Waran.

Es war eine dieser Touren, bei denen man nicht merkt, wie die Zeit vergeht.

Freundlicher Typ.

Hinterhof mit Meerblick

Am frühen Nachmittag waren wir zurück in Negombo, hielten aber noch an einem kleinen Restaurant für Einheimische an der Straße. Von außen unscheinbar. Innen eine Überraschung: ein Hinterhof mit Blick aufs Meer.

Wunderschöner Ausblick.

Wir bekamen Curry: köstlich, intensiv gewürzt und ordentlich scharf. Sogar Pubuduni hatte Tränen in den Augen. Wir nahmen es sportlich.

Toller Geheimtipp.

Dazu tranken wir frische Fruchtsäfte. Hier ist es ganz selbstverständlich, dass Mango, Ananas oder Papaya einfach frisch püriert werden. Keine Zusätze, kein Schnickschnack. Ein Glas kostet weniger als einen Euro – mit oder ohne Eiswürfel.

Curry, einfach lecker und super scharf.

Pool oder Pflegeprodukte

Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Hotel. Für die meisten stand Pool auf dem Programm. Für Valentina, Pubuduni und mich ging es dagegen noch einmal mit dem TukTuk los. unser Ziel: Spa Ceylon. Ayurveda-Kosmetik stöbern, Düfte testen, ein bisschen durch die Regale wandern.

Chicken-TukTuk.
Sonnenuntergang am Strand.
Beute im Beutel.
Negombo vom Strand aus.

Es war ein Tag mit vielen Eindrücken, viel Natur und unglaublich freundlichen Menschen. Genau die richtige Mischung aus Aktivität und Leichtigkeit.

Besuch.

Erster Urlaubstag – Negombo

Nach einer sehr kurzen Nacht kam der Morgen schneller als gedacht. Viel Schlaf hatten wir nicht, aber die Neugier war stärker als die Müdigkeit.

Schlafenszeit.

Das Frühstück wartete und mit ihm eine Obstplatte, die sofort klarmachte, dass wir nicht mehr in Europa waren. Mangos, Bananen, Papayas, Ananas. Alles unglaublich aromatisch, perfekt reif, genau die richtige Konsistenz. So schmeckt Obst nur dort, wo es wächst.

Schönste Blüte: Frangipani.

Unser Kellner Asiri war die ganze Zeit aufmerksam an unserer Seite. Charmant, freundlich, mit ehrlichem Interesse. Unsere Reisegruppe sorgt nämlich regelmäßig für viel Aufmerksamkeit:

Dass Pubuduni mit uns reist, führt fast immer zur gleichen ersten Annahme: Sie sei unser Guide. Mit einem Lächeln und in super schnellem Singhalesisch stellt sie dann klar, dass wir eine Familie sind und wir ihre deutschen Eltern.

Man merkt jedes Mal, wie diese Information kurz überrascht und dann interessiert aufgenommen wird. Auch Asiri wollte genau wissen, wie wir zusammengefunden haben.

Familienkonzepte sind eben nicht überall gleich – und Neugier ist universell.

Pool exklusiv

Nach dem Frühstück testeten die Kinder sofort den Pool, bei 28 Grad Lufttemperatur. Der Pool gehörte uns allein – herrlich! Ein sehr entspannter Start in den ersten richtigen Urlaubstag. Und eine fantastische Kur, um den schneereichen deutschen Winter endlich zu vergessen.

Snacks am Pool.
Pool-Action
Ready for TukTuk.

TukTuk & erste Meeresbrise

Am späten Vormittag fuhren wir mit zwei TukTuks Richtung Strand, nur etwa zehn Minuten entfernt. Ich möchte betonen: Wir fuhren nicht selbst: Linksverkehr und Asien – gefährliche Mischung für Europäer. Eine Tuktuk-Fahrt kostete übrigens umgerechnet etwa 1,40 EUR.

TukTuks sind das Hauptfortbewegungsmittel.

Mit asiatischem Roller-Verkehr haben wir ja bereits Erfahrung, aber Oma Steffi wurde im lebhaften Linksverkehr leicht blass um die Nase. Es ist und bleibt eine ganz eigene Dynamik: hupen, ausweichen, beschleunigen, bremsen – alles gleichzeitig und nicht unbedingt logisch. Pubuduni sagt: „Links blinken und rechts fahren.“

Am Strand suchten wir uns ein Restaurant mit Blick aufs Meer und bestellten unseren ersten Fisch. Frisch, einfach zubereitet, genau richtig. Dazu dieser weite Blick auf den Indischen Ozean – ein Moment, in dem man merkt, dass man wirklich angekommen ist.

Fischplatte mit Sea-Chicken.
Super Aussicht.
Gute Laune, müde Augen.
Sonnenschutz – super wichtig.

Der Tag endete so ruhig, wie er begonnen hatte. Kein großes Programm, keine To-do-Liste. Nur Sonne, Wasser, Gespräche und das Gefühl, in der neuen Zeitzone gelandet zu sein.

Unser Ziel für diesen ersten Tag war simpel: ankommen.
Und genau das gelang uns.

Besuch am Abend.

Ankunft in Colombo

Um 2:30 Uhr morgens sind wir in Colombo gelandet.
Eine Uhrzeit, zu der man normalerweise nicht besonders aufnahmefähig ist, erstaunlicherweise waren wir es trotzdem.

Am Flughafen lief alles reibungslos. Die Visa hatte Carsten vorab online beantragt, was die Einreise deutlich entspannter machte. Keine langen Diskussionen, keine Unsicherheit, einfach Stempel, Gepäck, weiter.

Direkt vor dem Terminal wartete schon unser Shuttle nach Negombo. Und dort trafen wir Dulhani, Pubudunis Schwester. Obwohl wir uns noch nie gesehen hatten, war sofort klar, wer zu wem gehört. Ein kurzes Wiedersehen, denn Pubu wird ja weiterhin mit uns reisen. Einige Regionen ihres eigenen Landes kennt sie selbst noch nicht. Wir entdecken also gemeinsam.

Und dann war da noch etwas, das uns sofort positiv auffiel: das Klima.
Angenehme 24 Grad in der Nacht. Kein drückender Tropen-Schock, sondern warme, weiche Luft. Genau so hatten wir uns den Start vorgestellt.

Erste Nacht in Negombo

Koffer eignen sich hervorragend zum Klettern.

Unser Hotel, das The Cottage, lag ruhig in Negombo: zehn kleine Bungalows rund um einen sehr schönen Pool. Gegen vier Uhr morgens wurden wir herzlich empfangen, trotz der Uhrzeit wirkte alles vorbereitet und organisiert.

Begrüßung am Morgen.

Wir bezogen unsere drei Ferienhäuser, verteilten Koffer und schlossen die Türen. Als wir schließlich im Bett lagen, wurde es bereits hell.

Der Impuls, einfach wach zu bleiben, war kurz da. Aber wir entschieden uns für ein paar Stunden Schlaf. Wir wollten uns nur einen tag Zeit geben, um in der neuen Zeitzone klarzukommen.

The Cottage, Negombo
Super freundlicher Empfang.

Sri Lanka begann für uns zunächst ganz pragmatisch: ankommen, organisieren, schlafen.

Unsere Route

Drei Wochen. Eine Insel. Und ziemlich viele Ideen im Kopf.

Schon im August 2025 haben wir begonnen, unsere Rundreise zu planen. Nicht mit dem Anspruch, „alles“ zu sehen (das wäre ohnehin illusorisch) sondern mit dem Wunsch, unterschiedliche Landschaften, Stimmungen und Regionen kennenzulernen. Unsere Route ist deshalb eine Mischung aus Kultur, Natur, Bergen und Meer.

Negombo (08.02.2026)
Hier beginnt unsere Reise. Nach der Ankunft wollen wir erst einmal ankommen, tropische Luft einatmen, die ersten Geräusche aufnehmen und langsam in einen anderen Rhythmus wechseln.

Anuradhapura (10.02.2026)
Unsere erste längere Etappe führt uns in das kulturelle Herz der Insel. Alte Königsstadt, jahrtausendealte Geschichte, heilige Stätten. Hier tauchen wir zum ersten Mal tief in Sri Lankas Vergangenheit ein. Auf dem Weg halten wir bei Pubudunis Familie in Kuleyapeteya an. Wir sind zum Lunch eingeladen.

Habarana (12.02.2026)
Von hier aus erkunden wir das sogenannte „Kulturdreieck“. Felsen, Tempel, vielleicht die ersten Elefanten – wir sind gespannt, wie sich diese Landschaft anfühlt, von der wir so viel gehört haben.

Kandy (15.02.2026)
Weiter geht es ins Hochland. Kandy gilt als kulturelles Zentrum des Buddhismus. Zwischen See, Tempel und grünem Umland hoffen wir auf eine Mischung aus Stadtleben und Natur.

Ella (16.02.2026)
Berge, Teeplantagen, Zugstrecken mit Panoramablick: Ella klingt schon beim Aussprechen nach Weite. Hier erwarten wir Sri Lanka von seiner grünen, fast schon mystischen Seite.

Yala Nationalpark (19.02.2026)
Safari-Zeit. Mit etwas Glück sehen wir Elefanten, vielleicht sogar einen Leoparden. Für uns alle vermutlich einer der Höhepunkte der Reise.

Galle (21.02.2026)
Kolonialgeschichte trifft Meeresrauschen. Galle soll entspannter sein, mit alten Mauern, kleinen Gassen und Blick auf den Indischen Ozean.

Colombo (25.02.2026)
Zum Abschluss noch einmal Großstadt. Bevor es zurückgeht, möchten wir das moderne Sri Lanka erleben – quirlig, laut, vielleicht ein wenig chaotisch.

Das ist unser Plan.
Was daraus wird, erzählen wir hier.

Wer uns kennt, weiß: Wir halten uns selten ganz streng an Linien auf einer Karte. Und wenn sich unterwegs eine spannende Abzweigung ergibt, schauen wir meist nicht lange auf den Wegweiser.

Wer mitreisen möchte, folgt einfach diesem Blog.
Über Gedanken, Tipps oder eigene Erfahrungen freuen wir uns immer.

Sri Lanka kurz und knapp

Sri Lanka ist eines dieser Länder, bei dem es gefühlt nur zwei Reaktionen gibt: Entweder jemand war schon einmal dort (und bekommt sofort dieses leuchtende „Ach, Sri Lanka!“ in den Augen) oder man erntet einen leicht fragenden Blick und hört ein vorsichtiges: „Wo genau liegt das nochmal?“

Zwischen begeisterten Erzählungen von Teeplantagen, Elefanten und endlosen Stränden haben wir gemerkt: Sri Lanka ist für viele entweder ein Herzensort oder ein weißer Fleck auf der inneren Weltkarte.

Damit sich das ändert, hier ein paar Fakten rund um das Land, in dem wir gerade unterwegs sind.

Flagge Sri Lankas

Fakten

Lage: Inselstaat im Indischen Ozean, südlich von Indien
Hauptstadt: Sri Jayawardenepura Kotte (Regierungssitz), Colombo (wirtschaftliches Zentrum)
Einwohner: ca. 22 Millionen
Sprache: Singhalesisch & Tamil (Englisch ist weit verbreitet)
Währung: Sri-Lanka-Rupie (LKR)
Zeitzone: +4,5 Stunden im Winter / +3,5 Stunden im Sommer gegenüber Deutschland

Klima

Tropisch-warm das ganze Jahr über. Je nach Region bestimmen zwei Monsune das Wetter, deshalb ist irgendwo auf der Insel eigentlich immer Reisezeit.

Religion & Kultur

Überwiegend buddhistisch geprägt, daneben Hinduismus, Islam und Christentum. Tempel, Stupas und religiöse Feste gehören selbstverständlich zum Alltag.

Sri Lanka mit Kindern

Sri Lanka wirkt auf der Karte überschaubar und genau das soll das Reisen mit Kindern angenehm machen. Man hört, dass Strand, Berge, Teeplantagen und Nationalparks relativ nah beieinanderliegen und die Fahrzeiten dadurch gut planbar sind. Ob das im Alltag wirklich so entspannt ist, werden wir bald herausfinden.

Auch von den vielen Tieren wird immer wieder erzählt: Affen an Tempeln, Pfauen auf Hotelwiesen, Elefanten in freier Wildbahn. Für Kinder klingt das jedenfalls nach einem ziemlich großen Abenteuer. Wir sind gespannt, wie nah man dem Ganzen tatsächlich kommt.

Was uns besonders neugierig macht, ist die oft beschriebene Herzlichkeit gegenüber Familien. Kinder sollen hier ganz selbstverständlich dazugehören. Wir werden sehen, ob wir das genauso erleben.

Zeugnis in der Hand. Endlich geht es los!

Die Zeugnisse waren kaum verteilt, da saßen wir mittags schon im Auto. Während andere vielleicht erst einmal in den Ferienmodus gleiten, sind wir direkt losgerollt: Richtung Süden. Richtung Abenteuer. Richtung Sri Lanka.

Drei Wochen Rundreise. Selbst organisiert. Bereits im August 2025 gebucht. Und jetzt plötzlich: ganz real. So lange Urlaub am Stück hatten wir noch nie. Selbstverständlich stecken die Laptops im Gepäck aber arbeiten in exotischer Umgebung fühlt sich ganz anders an.

Abschied von Paula

Unser erster Halt war in München, bei Felix & Janine. Dort durfte Paula einziehen. Für die nächsten drei Wochen wird sie vermutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als jemals zuvor. Wir sind ziemlich sicher, dass unsere Hunde-Omi uns kein bisschen vermissen wird.

Mit einem letzten Krauler, einem schnellen Foto und dem beruhigenden Gefühl, dass sie es richtig gut haben wird, ging es weiter zum Flughafenhotel.

Mach’s gut Pauli.

20:00 Uhr kamen wir im Flughafen-Hotel an. Es gab noch ein kleines Picknick in der Lobby und wohlsortierte Vorfreude.
Noch einmal Taschen sortieren. Wecker stellen auf 4:45 Uhr.

Spätestens da wurde klar: Jetzt wird es ernst.

6:00 Uhr. Flughafenmodus.

Um Punkt sechs standen wir am Flughafen München. Unser Auto wurde direkt von einem Fahrer entgegengenommen, der es für die nächsten drei Wochen sicher parkt, ein erstaunlich entspannter Start in den Tag.

Spaß im Aufzug.

Online eingecheckt waren wir zum Glück schon. Während sich eine lange Schlange am Schalter bildete, durften wir mit unserer siebenköpfigen Reisegruppe freundlich daran vorbeiziehen.
Carsten.
Stefanie.
Leo.
Valentina.
Florin.
Pubuduni.
Oma Steffi.

7 sind eine Gang.

Man fällt auf. Immer.

Der Sicherheitscheck war erstaunlich schnell erledigt, insgesamt dauerte das gesamte Prozedere gerade einmal 35 Minuten. Mit Kindern reisen bedeutet nicht automatisch Chaos. Manchmal bedeutet es einfach nur gute Vorbereitung.

Und dann saßen wir da. Mit Kaffee in der Hand. Müde Augen. Große Vorfreude.

Ein neuer Vogel: Dreamliner

Unser Flugzeug war ein nagelneuer Dreamliner A787-9. Noch nie zuvor sind wir mit diesem Typ geflogen. Und spätestens als wir an Bord die Kameraperspektiven auf den Monitoren entdeckten – eine nach vorne, eine unter dem Flugzeug – waren nicht nur die Kinder fasziniert.

7-köpfige Reisegruppe

Vor allem beim Start war die Kamera unter dem Bauch des Flugzeugs spektakulär. Der Moment, wenn sich die Räder vom Boden lösen und München langsam kleiner wird, aus dieser Perspektive sieht man das sonst nie.

Der Flug dauerte nur fünf Stunden und war erstaunlich angenehm.
Florin ist inzwischen absoluter Langstrecken-Profi. Kopfhörer auf, Film an, zwischendurch Snacks und viel kuscheln – zufrieden.

Langstrecken-Profi

Die Stimmung? Durchweg euphorisch. Keine Müdigkeit, kein Stress. Nur dieses leise Kribbeln, das sagt: Jetzt beginnt etwas Besonderes. Es geht wieder los!

Zwischenstopp in Doha

Gelandet sind wir in Doha, Katar. Drei Stunden Aufenthalt. Und was soll man sagen – dieser Flughafen ist eine kleine Stadt für sich. Riesig. Modern. Überraschend familienfreundlich.

In den Armen des großen Bruders schläft es sich ausgezeichnet.

Mehrere Spielplätze mitten im Terminal. Perfekt, um Restenergie loszuwerden. Gerade bei einem Zwischenstopp mit 4-Jährigem Gold wert.

Nach dem Toben kommt der Schlaf.

Während wir durch die Hallen liefen, wurde uns noch einmal bewusst: Das hier ist nicht nur eine Reise. Es ist eine Begegnung. Pubuduni lebt seit neun Monaten bei uns – und nun fliegen wir gemeinsam in ihr Heimatland. Ihre Geschichten haben Sri Lanka für uns lebendig gemacht, lange bevor wir ein Ticket gebucht haben. Wobei wir Sri Lanka schon auf unserer Liste hatten, bevor Pubuduni zu uns gekommen ist. Dass unser Au-Pair aus Sri Lanka kommt, war ein Zufall.

Jetzt sind wir endlich unterwegs. Und alles fühlt sich genau richtig an.