Tempel, Treppen, Kandy

Dieser Tag war ein klassischer Transition Day.
Von Habarana nach Kandy: Eine Strecke von insgesamt etwa 2 Stunden, viele Eindrücke, mehrere Stopps.

Goldener Tempel – Weiß gekleidete Kinder und ein blauer Mönch

Unser erster Halt war der Goldene Tempel in Dambulla. Schon beim Aussteigen merkten wir: Heute war hier einiges los. Pause bei der buddhistischen Sonntagsschule. Überall Kinder in weißen Gewändern. Sie saßen in Gruppen, liefen lachend über das Gelände, manche hielten Blumen in den Händen. Manche winkten uns, andere lächelten uns verschmitzt zu.

Goldener Tempel.

Weiß steht im Buddhismus für Reinheit und spirituelle Hingabe. Es war ein schönes Bild, so viele junge Menschen, die selbstverständlich Teil religiöser Rituale sind. Keine Pflichtveranstaltung mit langen Gesichtern, sondern lebendige Gemeinschaft.

Boss-Baby und Buddha.

Mir gefiel die Stimmung etwas abseits des Haupttempels gut. Oberhalb einer Mauer standen unzählige Mönchsfiguren, jede in einer anderen Haltung. Der zweite war blau. Zwischen all dem Orange und Gold wirkte er fast fremd.

Pubuduni erklärte uns, dass dieser Mönch in einem früheren Leben ein schlechter Mensch gewesen sei, der andere geschlagen habe. Als Konsequenz sei er als blauer Mensch wiedergeboren worden.

Blauer Mönch.

Im Buddhismus spielt Karma eine zentrale Rolle. Die Vorstellung, dass jede Handlung Folgen hat, über dieses Leben hinaus. Nichts verpufft einfach und alles hinterlässt eine Spur.

Der Felsentempel – und wieder viele Stufen

Dann ging es weiter zum berühmten Felsentempel von Dambulla. Zum Glück wussten wir vorher nicht, wie viele Stufen uns erwarteten. Die Teenager hätten vermutlich spontan Streik angekündigt.

So viele Stufen.

Der Aufstieg war anspruchsvoll. Florin bestand darauf, getragen zu werden. Und Carsten schleppte tapfer. Oben angekommen: Höhlen, in den Fels geschlagen, gefüllt mit Buddha-Statuen und jahrhundertealten Wandmalereien. Der Tempel stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und gehört zu den bedeutendsten Höhlentempeln Sri Lankas.

Aufstieg geschafft.

Es war beeindruckend. Und gleichzeitig fühlte ich mich dort nicht ganz wohl. Vielleicht lag es an den vielen Menschen. Vielleicht daran, dass ich das Gefühl hatte, die Gläubigen bei ihrer Andacht zu stören. Niemand gab mir dieses Gefühl, es kam aus mir selbst.

Höhlen-Tempel.

Manchmal sind es nicht die Orte, sondern die eigene innere Haltung, die entscheidet, wie wohl man sich fühlt.

Wasserlilien.
Abstieg in Schnell.

Umso schöner war es, wieder in unserem geräumigen Bus zu sitzen, Fenster auf, Fahrtwind im Gesicht.

Ayurveda-Garten – Wissen und Wohlgefühl

Nach einiger Zeit hielten wir in einem Ayurveda-Garten. bei einer kleine Führung wurden uns Heilkräuter und deren Wirkung erklärt. Vieles war mir schon vertraut, aber es war schön, die Pflanzen direkt zu sehen.

Valentina, Pubuduni und ich gönnten uns noch eine kurze ayurvedische Kopfmassage.

Ayurveda-Massagen mögen wir.

In der Ayurveda-Apotheke kauften wir eine Haartinktur. Natürlich war dieser Halt ein klassischer Touri-Hotspot, aber dennoch ein gepflegter Garten und ein angenehmer Zwischenstopp.

Kandy – bunt, laut und lebendig

Kandy ist anders als die Orte zuvor. Bunter. Lauter. Lebendiger. Die Stadt liegt malerisch an einem See, umgeben von Hügeln und gilt als kulturelles Herz Sri Lankas. Hier befindet sich auch der berühmte Zahntempel, der eine Reliquie Buddhas beherbergen soll.

Getrackter Elefanten-Bulle am Straßenrand.

Wir hatten Zimmer in einem Hotel oben auf einem Hügel gebucht, mit fantastischem Blick über die Stadt und den See. Das Hotel war etwas in die Jahre gekommen, aber sehr sauber. Schnell eingecheckt und gleich weiter.

Tanz, Trommeln und volle Reihen

Im Public Theatre wollten wir eine traditionelle Tanzaufführung sehen. Jeder Platz war besetzt. Es war warm, dicht, lebendig. Die Tänzer wirbelten in farbenfrohen Kostümen über die Bühne, begleitet von Trommeln und Gesang. Akrobatik, Feuer, Rhythmus: Die Stimmung war großartig.

Traditionelle Tanzaufführung.

Danach aßen wir noch zu Abend, wieder mit Blick über die Lichter der Stadt. Später saßen wir mit Onkel und Nirosh zusammen und tranken einen kleinen Absacker.

Wir sprachen über die Unterschiede zwischen Deutschland und Sri Lanka. Zeigten Fotos von Schnee, Herbstlaub und Frühling. Erklärten Jahreszeiten. Sie erzählten von Monsun und Hitze.

Der Ausblick aus dem Hotelfenster.

Ein schöner, entspannter Abend nach einem anstrengenden Tag voller Tempel, Kräuter und Menschen.

Yoga, Ayurveda und ein Abend voller Herzlichkeit

Biegsamkeit und Meditation

Der Morgen begann ganz ruhig.
Umgeben von Grün, Vogelstimmen und warmer Luft rollten wir um 8:00 Uhr unsere Matten im Garten aus.

Unser Yoga-Lehrer war ein echter Yogi. Klein, drahtig, ruhig, mit einer Stimme, die sofort entschleunigte. Er führte uns nicht nur durch klassische Asanas, sondern sprach viel über Meditation, den Einklang von Innen und Außen und die verschiedenen Chakren. Es ging weniger um sportliche Leistung, mehr um Bewusstsein.

Ein Teil der Stunde war reine Meditation. Augen geschlossen. Atmung. Stille.

Besonders beeindruckend: Er unterrichtete die komplette Einheit im Sarong. Beweglich, konzentriert, selbstverständlich.

Der Tag begann wundervoll.

Nach dem Frühstück stürzten sich die Kinder in den Pool. Florin übte weiter das Schwimmen. Währenddessen ging es für Pubuduni und mich am frühen Nachmittag zu einem Ayurveda-Arzt.

Frühstück gemischt: Western und local.

Ein Garten wie aus einer anderen Welt

Onkel und Nirosh brachten uns zu einem Ort, der fast ein wenig mystisch wirkte. Ein wunderschöner Garten, kleine Wege, sattes Grün, leise Stimmen.

Zunächst erklärte uns der Ayurveda-Arzt die Grundlagen: Ayurveda als jahrtausendealte Heilkunst, als Zusammenspiel von Körper, Geist und Energie. Er sprach über Doshas, Balance, innere Hitze und äußere Einflüsse. Dann stellte er verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vor.

Ayurveda-Angebot.

Wir entschieden uns für eine Ganzkörpermassage mit anschließendem Körperpeeling.

Öl, Hände, Loslassen – Ayurveda

Wir wurden in einen ruhigen Raum geführt, sollten uns vollständig entkleiden und in einen Sarong hüllen. Das Licht war weich, die Luft warm, ein zarter Kräuterduft lag in der Stille.

Therapie-Raum.
Bereit für Entspannung.

Zunächst setzten wir uns auf kleine Holzhocker. Die beiden Therapeutinnen begannen mit einer Kopf- und Nackenmassage. Vorher durften wir wählen: soft, medium oder hard.

Ich entschied mich für medium.

Was dann folgte, war keine sanfte Streicheleinheit. Es war kraftvoll. Präzise. Selbstbewusst. Warme Hände arbeiteten sich mit festem Druck durch Kopfhaut und Nacken, lösten Spannungen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie mit mir herumtrug.

Irgendwann hörte ich auf zu denken. Kein innerer Dialog mehr. Kein Plan für morgen. Nur Druck, Wärme, Atem.

Dann legte ich mich auf die Liege.

Warmes Öl wurde großzügig über meinen Körper gegossen. Es rann langsam über Schultern und Rücken, sammelte sich, wurde mit langen, fließenden Bewegungen einmassiert. Die Griffe waren rhythmisch, wiederkehrend, fast hypnotisch. Mal kräftig, mal weich. Immer mit einer Klarheit, die nichts Zufälliges hatte.

Man spürt, dass Ayurveda mehr ist als Wellness. Es geht nicht nur um Muskeln. Es geht um Energie, um Balance, um das Zurückfinden in den eigenen Körper.

Das Öl wärmte, durchdrang die Haut, ließ jede Bewegung langsamer werden. Ich schwebte irgendwo zwischen Wachsein und Wegdriften. Der Körper schwer, der Kopf leicht.

Nach etwa einer Stunde folgte ein Peeling. Eine leicht körnige Paste, unter anderem mit Aloe Vera, wurde mit festen, kreisenden Bewegungen eingearbeitet. Es kribbelte, es belebte, es weckte wieder auf.

Dann führten sie uns durch den Garten zu einer kleinen Lehmhütte.

Dampf. Kräuter. Hitze.

Fünfzehn Minuten saßen wir dort, eingehüllt in Duft und Wärme. Der Schweiß rann, die Gedanken wurden klar.

Nach dem Abrubbeln, dem Anziehen und einem Ingwer-Nelken-Tee fühlte ich mich erstaunlich leicht.

Nicht nur entspannt.
Neu sortiert.

Unsere Therapeutinnen.

Und genau da wurde mir bewusst, wie wertvoll eine längere Reise ist. Drei Wochen unterwegs zu sein, bedeuten nicht nur Programm, nicht nur Sehenswürdigkeiten. Sie lassen Raum für solche Momente. Für Selfcare. Für Innehalten. Für das bewusste Spüren.

Als Onkel mich später mit einem selbst gepflückten Blumenstrauß abholte, fühlte ich mich tatsächlich wie zehn Jahre jünger.

Buddha freut sich auch.

Nicht, weil Falten verschwunden wären.
Sondern weil mein Kopf still geworden war.

Snacks und Einladungen

Auf dem Rückweg hielten wir im Bake Shop und nahmen ein paar Snacks mit. Zurück im Retreat saßen wir alle gemeinsam auf der Terrasse und ließen uns die kleinen Köstlichkeiten schmecken.

Am Abend folgte eine besondere Einladung: Die Gastgeber von Nirosh und Onkel – enge Freunde – wollten für uns kochen.

Das Hotel war einfach, aber sehr sauber und liebevoll geführt. Kaum waren wir angekommen, tauchten immer mehr Familienmitglieder auf, um uns zu begrüßen. Wir fühlten uns sofort willkommen.

Das Essen war – natürlich – hervorragend. Curry, Reis, Gemüse, Salate. Herrlich gewürzt, liebevoll angerichtet.

Bohnensalat.

Die Gastgeber saßen nicht mit am Tisch. In Sri Lanka ist es üblich, dass Gäste zuerst essen. Erst wenn sie fertig sind, nehmen die Gastgeber ihre Mahlzeit ein.

Später erklärte uns Pubuduni, dass ihre Familie sich bei unserem Besuch bewusst unseren Gepflogenheiten angepasst hatte und mit uns gemeinsam gegessen hatte.

Dieser Gedanke rührte uns im Nachgang noch mehr.

Finde die Kartoffeln.

Ein Tag zwischen Selfcare und Familientrubel.
Zwischen Öl, Dampf und herzlicher Gastfreundschaft.

Und wieder das Gefühl: Diese Reise ist mehr als nur Sehenswürdigkeiten.

Elefanten, Roti und eine Nacht voller Spannung

Um 7 Uhr morgens wurden wir von zwei offenen Jeeps abgeholt.
Nicht nur unsere Teenager jubelten – Safari!

Safari am Morgen.

Onkel und Nirosh begleiteten uns. Nirosh fuhr mit den Youngstern im einen Jeep, Onkel blieb bei uns, stets in Florins Nähe. Eine beruhigende Konstante. Der Weg war nicht weit, nach etwa 10 Minuten Fahrtzeit kamen wir am Eingang des Nationalparks an. Einige Hunde, die in Sri Lanka frei auf der Straße leben und selten als Haustiere gehalten werden, entzückten und erinnerten uns an Pauli.

Safari im Morgengrauen

Los ging es! Eine Jeep-Kolonne von etwa 6 Wagen startete in den Park.

Team Youngster,

Damit hatte ich nicht gerechnet: Schon nach den ersten zehn Minuten trafen wir auf eine kleine Elefantenherde.

Elefanten-Herde.

Es war für mich ein kaum zu beschreibendes Gefühl, diesen stolzen Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum so nah zu kommen. Es fühlte sich fast unwirklich an. Kein Gehege. Keine Absperrung. Nur wir, die Jeeps und diese riesigen Tiere beim Grasen.

Mutter und Kind.

Wir beobachteten sie lange. Ruhig und respektvoll.

Und es blieb nicht bei dieser Begegnung.

Wir sahen Wasserbüffel, Pfauen, ein Krokodil, Warane, ein Chamäleon, Geier, Adler, Reiher, riesige Hornissen, sogar eine Dschungelkatze schlief in der Sonne. Jedes neue Tier löste Begeisterung aus. Es war ein ständiges „Da! Schau!“ und „Hast du das gesehen?“.

Weitere Elefantenherden kreuzten unseren Weg. Besonders bewegend war eine Gruppe mit mehreren Babys, eines davon gerade einmal einen Monat alt. Eine schwangere Elefantenkuh lief ebenfalls an uns vorbei.

Sanfte Dickhäuter.

Ich hätte nie gedacht, dass wir den Tieren so nahekommen und sie so intensiv beobachten würden. Unsere Guides bestätigten später, dass wir außergewöhnlich viele Elefanten gesehen hatten. Lucky us!

Nicht nur die Tiere waren spektakulär, auch das Gerumpel über die Wege und überwinden kleinerer Flüsse hatte seinen eigenen Reiz. Es schüttelte uns ordentlich durch auf unseren Sitzen.

Picknick.
Jeep-Safari.
Mädels.

Dieses Safari-Erlebnis musste ich erst einmal sacken lassen.

Gegen 11 Uhr waren wir zurück im Hotel und genossen ein spätes, lokales Frühstück. Danach Pause. Die Kinder sprangen in den Pool, Florin übte weiter mit Unterstützung seiner Geschwister das Schwimmen.

Roti, Reisfelder und Baumhäuser

Am Nachmittag fuhren wir zu einem Stausee in der Nähe von Habarana. Unterwegs hielten wir an einer kleinen Hütte. Dort wurden uns frische Roti serviert, direkt aus der Pfanne, mit einem unfassbar leckeren Kokos-Sambal.

Roti-Hütte.
Die Köchin.

Unfassbar scharf.
Unfassbar gut.

Food-Himmel!

Unfassbar lecker.

Gegessen wurde mit den Fingern, serviert auf zerkratzten Plastiktellern. Es gab sogar eine Schaukel, die Florin sofort in Beschlag nahm.

Direkt gegenüber lag das Reisfeld der Familie.

Onkel hatte uns bereits erzählt, dass die Bauern hier nachts kaum schlafen. Die Felder liegen mitten in den Elefantengebieten. Wenn die Tiere kommen, können sie innerhalb weniger Minuten große Teile der Ernte zerstören.

Um das zu verhindern, schlafen die Bauern in Baumhäusern, etwa zwölf Meter über dem Boden. Kommen Elefanten, versuchen sie, diese mit Lärm, Feuer oder Gesang zu vertreiben.

Kletter-Äffchen.

In der Nacht zuvor hatte ein Elefant in der Nähe unserer Unterkunft für Unruhe gesorgt, berichtete Onkel.

Während die Roti frisch zubereitet wurden, schauten wir uns das Reisfeld an. Pubu und Valentina kletterten mutig ins Baumhaus. Respekt. Der Ausblick war fantastisch.

Baumhaus.
Reisfeld.

Am See angekommen, sahen wir Menschen baden, ihre Wäsche waschen oder einfach im Wasser stehen. Alltagsszenen.

Lion’s Rock – oder lieber doch nicht

Weiter ging es zum Lion’s Rock (Sigiriya).
Dort wurde es plötzlich sehr touristisch. Viele Menschen, viel Gedränge. Wir entschieden uns bewusst dagegen, hinaufzusteigen. Zu viele Menschen, zu gefährlich für Florin.

Da isser.
Urlaubs-Ehepaar.

Manchmal ist Nicht-Machen die bessere Entscheidung. Unsere Reise soll für alle ein Abenteuer sein, aber nicht um jeden Preis.

Reisegruppe.

Nightshop und 10-Euro-Glück

Es war Abend geworden und wir kehrten wir in einen kleinen Nightshop ein. Für neun Personen inklusive Getränke zahlten wir umgerechnet etwa zehn Euro. Alle von Locals frequentierten Gaststätten sind hier sehr einfach, aber die Gerichte super lecker. Es gibt nur wenig Auswahl, dafür ist dann alles perfekt.

Es gab Hoppers, Egg Hoppers, Kottu, Hähnchenreis.
Scharf. Sehr scharf. Und sehr gut.

Hoppers.
Kotu-Pfanne.

Wieder wurden wir neugierig betrachtet, aber immer freundlich. Nirosh und Onkel aßen mit uns. Onkel kümmerte sich rührend um Oma Steffi und Florin: eine Serviette hier, ein nachgeschenktes Glas dort, Spielzeug aufheben, mit einem Lächeln. Ein einfühlsamer Mann mit sympathischer Zahnlücke. 66 Jahre alt, genau wie Oma Steffi. Und ein Mensch voller Wärme, Geschichten und Sympathie.

Elefanten vor der Hütte

Nach dem Essen kauften wir noch Bier und Wein, um unsere Guides im Garten auf ein Getränk einzuladen. Der Abend klang entspannt aus.

Bis Nirosh und Onkel aufbrechen wollten.

Es ging nicht.

Zwei Elefanten standen hinter Valentinas und Leos Hütte. Zu gefährlich, jetzt loszufahren. Es dauerte lange, bis die beiden schließlich mit dem TukTuk starten konnten.

Wieder einmal wurde uns klar, dass wir hier wirklich im Lebensraum dieser Tiere unterwegs waren.

Wer hat Recht?

Die Menschen bauen Reis an, oft genau dort, wo Elefanten seit Jahrhunderten wandern.
Die Elefanten zerstören die Felder, weil sie ihrem natürlichen Instinkt folgen.

Die Menschen haben Hunger.
Die Elefanten brauchen Raum.

Wer hat Recht?

Es ist schwer zu sagen. Ein friedliches Miteinander wäre wünschenswert, doch in der Realität bedeutet es tägliche Abwägung, Kompromiss, Risiko.

Für uns war es ein aufregender Abend.
Für viele hier ist es Alltag.

Was für ein wahnsinnig intensiver Tag mit unfassbar vielen Eindrücken.
Ich musste das erst einmal verdauen und war froh, es hier aufzuschreiben, um es festzuhalten.

Stufen, Geschichten und Baumhäuser in Habarana

Wir starteten früh und das sehr gern, aus unserem eher schmuddeligen Hotel. Manche Unterkünfte verlässt man mit einem letzten wehmütigen Blick, andere mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Take-away Frühstück: String Hoppers. Köstlich!
Take-away Frühstück II: Obst. Lecker!
Leo auf Frühstücks-Jagd.

Auf dem Weg nach Habarana machten wir Halt in Mihintale. Auch hier durften wir dank unseres „Boss-Babys“ bis zum nächstgelegenen Parkplatz vorfahren. Ein Vorteil, den wir inzwischen sehr zu schätzen wussten.

Ein Parkplatz-Affe.

Mihintale – zwischen Ruinen und Weite

Mihintale gilt als Wiege des Buddhismus in Sri Lanka. Hier soll im 3. Jahrhundert v. Chr. der indische Mönch Mahinda dem damaligen König begegnet sein. Ein Treffen, das die Geschichte des Landes veränderte. Heute stehen dort Tempelruinen, Stupas und lange Treppen, die sich den Hügel hinaufziehen.

Mystische Atmosphäre.

Zunächst erkundeten wir die alten Mauern und gingen ein Stück am See entlang durch den Wald. Es war still, fast ein wenig mystisch. Bis wir Bären-Exkremente entdeckten. An dieser Stelle entschieden wir uns, unsere Abenteuerlust minimal zu drosseln und kehrten um. Auch mit unserer „Geheimwaffe“ wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen.

Magischer Ort.

Unser Onkel, wie wir ihn nannten, hatte früher als Soldat gedient und war im Krieg schwer verletzt worden. Seine Kameraden hatten es nicht überlebt. Er brauchte zwei Jahre, um sich zurück ins Leben zu kämpfen. Dass er heute mit uns unterwegs war, ruhig, aufmerksam, immer mit einem Blick auf Florin, machte ihn für uns noch beeindruckender.

Im Singhalesischen spricht man Menschen selten mit dem Vornamen an. Stattdessen verwendet man familiäre Bezeichnungen. Einen älteren Mann nennt man „Mama“ – Onkel. Jemanden im Alter eines älteren Bruders spricht man als „Aiyaa“ an. Pubuduni nannte unseren Fahrer entsprechend „Bruder“. So sagt Pubuduni zu Carsten und mir „Papa“ und „Mama“. Es ist eine schöne Gepflogenheit: Nähe entsteht über Sprache.

1000 Stufen und ein Gipfelmoment

Dann begann der Aufstieg. Viele Stufen. Sehr viele.
Ein Teil der Strecke wieder barfuß und ohne Kopfbedeckung. Vermutlich waren es an die tausend Stufen bis zum Gipfel.

Florin – wild entschlossen.

Florin ging vorneweg, voller Energie. Die letzten Stufen erklomm er an der Hand einer älteren Dame, die ihn ganz selbstverständlich mitnahm. Es war ein leiser, berührender Moment: ein Kind aus Deutschland, geführt von einer sri-lankischen Großmutter, es bauchte keine Worte.

Super Team auf dem Weg zum Gipfel.

Oben wurden wir mit einem weiten Ausblick und einer ganz besonderen Stimmung belohnt. Wind, Weite, Geschichte.

Ausblick.
Buddha-Statue.

Kaffee-Rettung und Baumhäuser

Danach ging es weiter nach Habarana. Unterwegs brauchten wir dringend Kaffee und fanden ein kleines Café für eine kurze Pause. Natürlich gab es auch etwas zu essen und frische Säfte.

Am Nachmittag erreichten wir unser Resort. Und diesmal war es genau das Gegenteil des vorherigen Hotels. Die Anlage lag in einem liebevoll angelegten Garten, vier Hütten auf Stelzen oder in den Bäumen, denn schließlich befanden wir uns im Elefantengebiet.

Die Badezimmer lagen unter freiem Himmel. Naturgeräusche inklusive.

Leo und Valentina jubelten, als sie die höchste Hütte beziehen durften. Der Pool wirkte einladend, die gesamte Anlage ruhig und besonders. Wir fühlten uns sofort wohl.

Das Abendessen nahmen wir im Hotel ein, während die Dämmerung zwischen den Bäumen versank.

Ein magischer Tag.

10 verblüffende Fakten zu Sri Lanka

1. Perle des Indischen Ozeans

Sri Lanka wird wegen seiner Form, Lage und natürlichen Schönheit oft Perle des Indischen Ozeans oder Träne Indiens genannt — es liegt direkt südlich von Indien im Indischen Ozean.

2. Verblüffendes aus dem Geschichtslexikon

Sri Lanka war das erste bekannte asiatische Land mit einer weiblichen Monarchin: Königin Anula von Anuradhapura (47–42 v. Chr.). Anuradhapura wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Umgebung des Sri Mahabodhi Baumes gegründet und war die erste Hauptstadt Sri Lankas. Im Jahre 100 n. Chr. war die Stadt etwa die neuntgrößte der Welt. Der Inselstaat hieß früher Ceylon und wurde 1972 offiziell in „Sri Lanka“ umbenannt. Zuvor trug er auch andere historische Bezeichnungen wie Taprobane.

3. Flagge mit Symbolkraft

Die sri-lankische Flagge gehört zu den ältesten offiziellen Nationalflaggen weltweit und enthält viele symbolische Elemente (Löwe, Schwert, Blätter).

4. Buddha-Zahn und Respektkultur

Der im Tempel von Kandy verehrte Zahn Buddhas gilt als eine der wichtigsten religiösen Reliquien des Landes. Beim Umgang mit buddhistischen Symbolen muss äußerste Vorsicht gelten – Respekt wird streng erwartet.

5. Tee ist Teil der Infrastruktur

Die Eisenbahnstrecke im Hochland Sri Lankas wurde ursprünglich vor allem für den Transport von Tee gebaut – ohne Tee hätte es die Zugverbindungen wohl nicht gegeben. Sri Lanka ist einer der größten Teeproduzenten der Welt; der berühmte Ceylon-Tee stammt von hier.

6. Verkehrsmusik statt Eismann-Musik

Wie in manchen Ländern die Eismann-Musik durch Straßen klingt, spielen sri-lankische „Bread-Vans“ Beethoven-Melodie für Brotverkäufe — eine ungewöhnliche, aber charmante Straßenakustik. Aber auch sonst bewegen sich die TukTuks lautstark voran.

7. UNESCO – Weltkultur- und Naturerbe

Sri Lanka ist reich an Biodiversität mit über 14 Nationalparks, hunderten endemischen Vogelarten und einer üppigen Flora. Die Felsenfestung Sigiriya – ein massiver Monolith mit antiker Gartenarchitektur – ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der beeindruckendsten historischen Bauwerke Asiens.

8. Fläche und Bevölkerung im Vergleich

Mit rund 66 000 km² ist Sri Lanka ähnlich groß wie Bayern, aber dichter besiedelt — etwa 22 Millionen Menschen leben dort.

9. Digital-Nomaden-Visa 2026

Seit Februar 2026 gibt es ein spezielles Digital-Nomad-Visum, das Aufenthalte von mindestens einem Jahr für Remote Workers ermöglicht – bei bestimmten Einkommens- und Versicherungsnachweisen.

10. Mehrsprachige Insel

Amtssprachen sind Sinhala und Tamil; Englisch dient als Brücken- bzw. Verkehrssprache im Alltag und im Tourismus. Sri Lanka weist eine hohe Alphabetisierungsrate auf (über 90 %) und bietet breite Bildungschancen, auch für Mädchen, trotz historischer Bürgerkriegsfolgen.

Barfuß zwischen Bodhi-Baum und Stupa

Am zeitigen Vormittag holte uns unser Fahrer vom Hotel ab. Die Sonne stand bereits hoch, als wir uns auf den Weg zu einem der wichtigsten spirituellen Orte Sri Lankas machten: Sri Maha Bodhi.

Sri Maha Bodhi

Sri Maha Bodhi ist kein Tempel im klassischen Sinne, sondern ein Baum. Und doch ist er einer der heiligsten Orte des Buddhismus. Der Bodhi-Baum in Anuradhapura gilt als direkter Ableger jenes Baumes, unter dem Siddhartha Gautama vor über 2.500 Jahren die Erleuchtung erlangte. Seit mehr als zwei Jahrtausenden wird dieser Baum hier gepflegt, bewacht und verehrt.

Schuhe aus!

Schon am Eingang zogen wir unsere Schuhe aus. Ab hier ging es barfuß weiter, ohne Kopfbedeckung. Der Sand war bereits am Vormittag erstaunlich warm, am Nachmittag wäre das für unsere europäischen Füße vermutlich eine echte Herausforderung geworden.

Menschen in weißen Gewändern brachten Blumen, verharrten still, berührten ehrfürchtig den Boden. Es lag eine besondere Ruhe in der Luft. Keine aufgesetzte Feierlichkeit, eher eine stille Selbstverständlichkeit.

Der Bodhi-Baum.

Ein junger Mann trat vorsichtig auf uns zu und bat darum, ein Foto von Florin und Valentina machen zu dürfen. Unser „Onkel“ erklärte uns später, dass das Ehepaar seit langer Zeit auf ein Kind hoffe. In diesem Ritual stecke die Hoffnung, durch das Abbild gesunder Kinder dem eigenen Wunsch näherzukommen. Es war ein Moment, der mich sehr berührte.

Lagebesprechung im Schatten.

Wir wurden immer wieder neugierig betrachtet, aber nie aufdringlich. Besonders Florin stand im Mittelpunkt, vor allem als er sich im Sand niederließ um mit seinen Dinos zu spielen. Jedes Lächeln, das ich verschenkte, kam zurück.

Die Gang und Dino.
Schuhe zurück.
Wasserlilien.
Unsere heutige prinzessin.

Ruwanwelisaya

Der nächste Halt war die Stupa Ruwanwelisaya – eine der bedeutendsten buddhistischen Stätten des Landes. Die große, weiß leuchtende Kuppel wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. errichtet und soll Reliquien Buddhas beherbergen. Sie gehört zu den wichtigsten Pilgerorten Sri Lankas.

Stupa.

Schon von weitem wirkte sie monumental und zugleich erstaunlich ruhig. Glatt, fast vollkommen, strahlte sie im Sonnenlicht. Gläubige umrundeten die Stupa im Uhrzeigersinn, manche beteten, andere saßen still im Schatten.

Auch hier gingen wir barfuß, ohne Kopfbedeckung. Pubuduni hatte uns im Vorfeld instruiert: lange Hosen oder Röcke, bedeckte Schultern – Respekt zeigt sich auch in der Kleidung.

Dank unseres „Boss-Babys“ durften wir mit dem Auto relativ nah heranfahren und mussten keine langen Wege zurücklegen. Während wir die Anlage erkundeten, knabberte Florin entspannt die selbstgemachten Cookies von Pubus Mama und ließ sich vom Onkel im Kinderwagen von Schattenplatz zu Schattenplatz schieben.

Die Atmosphäre war auch hier besonders. Ich hatte das Gefühl, ausschließlich freundlichen und wohlgesonnenen Menschen zu begegnen. Vielleicht lag es am Ort. Vielleicht an unserer eigenen Haltung.

Schatten, Curry und ein verstecktes Restaurant

Nach all der Sonne sehnten wir uns nach Schatten und kühlen Getränken. Unser Reiseteam brachte uns zu einem versteckten Restaurant, von außen unscheinbar, innen eine kleine Oase. Wir genossen wunderbares Curry und einen erfrischenden Nachtisch, während draußen die Hitze flimmerte.

Lunch im Schatten.
Läuft nur so weit, wie das Bluetooth-Signal reicht.
Das Gurken-Curry war besonders lecker.

Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir an einem Stausee, der die umliegenden Reisfelder versorgte. Dort gab es unzählige Affenfamilien in den Bäumen, aber auch Papageien und Schmetterlinge. Der kurze Halt hat uns Spaß gemacht.

Über uns Papageien.
Blondes Äffchen.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück. Nach einer kurzen Pause machten wir uns erneut auf den Weg, diesmal zu einem Restaurant mit Live-Musik.

Dort stand ein entzückender älterer Herr an einer kleinen Kochstation und bereitete Hoppers zu. Hoppers – oder „Appa“ – sind schalenförmige, knusprige Pfannkuchen aus fermentiertem Reismehlteig mit Kokosmilch. Außen dünn und kross, innen weich. Man isst sie pur, mit Ei in der Mitte oder zusammen mit Curry.

Konzentrierte Zubereitung der Hoppers.

Wir saßen da, hörten Musik, beobachteten das Wenden der Hoppers in der heißen Pfanne und merkten, wie sich dieser Tag ruhig und rund anfühlte.

Barfuß durch Geschichte.
Und abends knusprige Reispfannkuchen. Lucky us.

Einladung zum Lunch und weiter nach Anuradhapura

Um 10:00 Uhr begann unser erster Transittag.
Unser Fahrer holte uns pünktlich ab und brachte eine kleine Überraschung mit: Neben ihm saß ein älterer Herr, der sich als Helfer und Techniker vorstellte. Offenbar reist man hier mit doppelter Absicherung. Später sollte sich herausstellen, dass dieser „Onkel“, wie wir ihn nennen durften (dazu später mehr), die ultimative Geheimwaffe ist: Geduldig, immer ein Auge auf Florin habend, always ready to fight against anything, liebenswert und angenehm. Unser Fahrer Nirosh war ebenfalls ein angenehmer Mensch, hatte sehr gute Ausflugsideen und störte sich nicht an unseren spontanen Planänderungen.

Vorfreude auf das Familien-Lunch.

Den Fahr-Service hatte ich von Deutschland aus gebucht. Uns war wichtig, dass wir als so große Gruppe zuverlässig vorankamen. Public Transport war möglich und gut ausgebaut, aber mit unserem vielen Gepäck keine Option. Bereits im Januar hatte ich verschiedene Angebote eingeholt und mit den Agenturen gesprochen.

Der Bus war großzügig bemessen, ausgelegt für zehn Personen, mit reichlich Platz für unser Gepäck. Nach den ersten Tagen mit TukTuks fühlte sich das fast luxuriös an.

Zwischenstopp in Kuliyapatiya

Unser erster Halt nach etwa einer Stunde führte uns nach Kuliyapatiya, dem Heimatort von Pubudunis Familie. Noch bevor wir zum Haus fuhren, legten wir einen kurzen Stopp an ihrer ehemaligen Schule ein.

Public School von Kuliyapatiya.

Dort war gerade Sportfest.

Etwa 600 Kinder standen auf dem Schulhof. Weiße Blusen, schwarze Hosen, dazwischen einzelne bunte Krawatten in den srilankischen Nationalfarben. Wettkämpfe liefen, Gruppen sammelten sich, Bewegung überall und plötzlich standen Carsten, Pubuduni und ich mittendrin.

Eine tolle Stimmung.

Für einen kurzen Moment schien alles langsamer zu werden. Gespräche verstummten, Blicke hoben sich. Eis und Schulbrote blieben halb in der Hand. Alle Augen richteten sich auf uns.

So oft kommen hier vermutlich keine deutschen Besucher vorbei.

Noch ein kurzer Abstecher zum Klassenzimmer, ein paar Fotos auf dem Schulhof und schnell zurück zur wartenden Reisegruppe.

Klassenzimmer.
Bankreihen.

Endlich die Mama

Dann ging es weiter zum Haus der Familie.
Und endlich konnte ich Pubus Mama sehen und umarmen.

Eine unfassbar starke, warmherzige Frau. Mir war sofort klar, woher Pubuduni ihr Temperament und ihren Humor hat. Auch Bruder und Schwester waren da. Der Papa arbeitet im Ausland und ist nur alle paar Monate zu Hause.

Wir wurden begrüßt, wie man es sich nur wünschen kann: selbstgemachte Süßigkeiten, Kokoskuchen, Ölkuchen, Kekse und King Coconut Wasser. Carsten war sofort in der Küche verschwunden, angezogen von den Düften. Pubus Mama und Dulhani hatte seit Tagen vorbereitet. Der Bruder ging an diesem Tag extra nicht zur Schule.

Es duftete köstlich.
Unter jedem Deckel befand sich eine andere Köstlichkeit.

Im Haus herrschte ein lebendiges Gewusel. Deutsch, Singhalesisch, Englisch – alles gleichzeitig. Das Haus selbst war gemütlich, der Garten klein, aber dicht bepflanzt mit Kräutern, Obst und allem, was essbar und in der Küche verwertbar ist.

Fischbällchen und Papadams.

Dann wurde aufgetischt.

Der Tisch bog sich unter Currys, Fisch, Huhn (überwiegend vegetarisch) dazu perfekt gegarter Reis. Es war eines dieser Essen, bei denen man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Gespräche, Lachen, Nachschlag. Eine internationale Familie an einem Tisch. Für uns gab es Besteck, alle anderen aßen mit den Händen.

Ein Festmahl.

Das war einfach nur wundervoll und wir fühlten uns mehr als Willkommen. Eine zweite Familie auf der anderen Seite der Welt zu haben, ist etwas ganz besonderes und macht mich demütig.

Weiter nach Anuradhapura

Am Nachmittag verabschiedeten wir uns schweren Herzens. Pubuduni würde während unserer Reise noch einmal zu ihrer Familie zurückkehren, um ihre Deutsch-Prüfung abzulegen.

Die Fahrt führte weiter nach Anuradhapura. Als wir am späten Abend am Hotel am See ankamen, wartete eine kleine Ernüchterung. Die Zimmer waren… sagen wir: ausbaufähig.

Schläfchen unterwegs.

Aber nach so einem Tag relativiert sich vieles. Wir spazierten noch am See entlang zu einem Restaurant, ließen den Abend ruhig ausklingen und beschlossen, schlechte Zimmer einfach mit Humor (und einer Portion Desinfektionsmittel) zu nehmen. Ich war sowieso versöhnt, entdeckte ich im See doch eine Schildkrötenfamilie.

See von Anuradhapura.
Sagt mal „Kackapopo!“

Ein Tag, der mir besonders im Herzen bleiben wird.

Lagunen, King Coconut und sehr scharfes Curry

Negombo zeigte sich auch an diesem Morgen von seiner entspannten Seite. Nach einem wunderbar lokalen Frühstück – Roti mit Dal, Chili und Kokoshonig – wurden wir gegen 11 Uhr abgeholt.

Bananen, so lecker!

Etwa eine Stunde Fahrt brachte uns zum Dutch Canal. Schon unterwegs merkten wir: Die Fahrer waren freundlich, offen, sprachen sehr gut Englisch. Zwischendurch hielten wir spontan am Straßenrand, um Bananen zu kaufen. Wir lieben diese kleinen, festen, aromatischen Früchte.

Fischfang-Einführung.

Am Kanal angekommen, bekamen wir eine kurze Einführung in den Fischfang der Region, dann stiegen wir ins Boot und fuhren los.

Safety first.

Unterwegs in den Lagunen

Die nächsten eineinhalb Stunden vergingen erstaunlich schnell. Die Lagunen rund um Negombo sind ruhig, grün und voller Leben. Wir sahen Eisvögel, Reiher, Affen, Warane, Pfauen, Fische, Schmetterlinge und sogar ein kleines Baby-Krokodil. Die Kinder hielten ständig Ausschau, wer das nächste Tier zuerst entdeckte.

Vogel.

Zwischendurch gab es für jeden eine King Coconut. Das Kokoswasser schmeckte leicht süßlich und überraschend frisch, genau richtig bei den Temperaturen.

King Coconut – erfrischend und hydrierend.
Ein Waran.

Es war eine dieser Touren, bei denen man nicht merkt, wie die Zeit vergeht.

Freundlicher Typ.

Hinterhof mit Meerblick

Am frühen Nachmittag waren wir zurück in Negombo, hielten aber noch an einem kleinen Restaurant für Einheimische an der Straße. Von außen unscheinbar. Innen eine Überraschung: ein Hinterhof mit Blick aufs Meer.

Wunderschöner Ausblick.

Wir bekamen Curry: köstlich, intensiv gewürzt und ordentlich scharf. Sogar Pubuduni hatte Tränen in den Augen. Wir nahmen es sportlich.

Toller Geheimtipp.

Dazu tranken wir frische Fruchtsäfte. Hier ist es ganz selbstverständlich, dass Mango, Ananas oder Papaya einfach frisch püriert werden. Keine Zusätze, kein Schnickschnack. Ein Glas kostet weniger als einen Euro – mit oder ohne Eiswürfel.

Curry, einfach lecker und super scharf.

Pool oder Pflegeprodukte

Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Hotel. Für die meisten stand Pool auf dem Programm. Für Valentina, Pubuduni und mich ging es dagegen noch einmal mit dem TukTuk los. unser Ziel: Spa Ceylon. Ayurveda-Kosmetik stöbern, Düfte testen, ein bisschen durch die Regale wandern.

Chicken-TukTuk.
Sonnenuntergang am Strand.
Beute im Beutel.
Negombo vom Strand aus.

Es war ein Tag mit vielen Eindrücken, viel Natur und unglaublich freundlichen Menschen. Genau die richtige Mischung aus Aktivität und Leichtigkeit.

Besuch.

Erster Urlaubstag – Negombo

Nach einer sehr kurzen Nacht kam der Morgen schneller als gedacht. Viel Schlaf hatten wir nicht, aber die Neugier war stärker als die Müdigkeit.

Schlafenszeit.

Das Frühstück wartete und mit ihm eine Obstplatte, die sofort klarmachte, dass wir nicht mehr in Europa waren. Mangos, Bananen, Papayas, Ananas. Alles unglaublich aromatisch, perfekt reif, genau die richtige Konsistenz. So schmeckt Obst nur dort, wo es wächst.

Schönste Blüte: Frangipani.

Unser Kellner Asiri war die ganze Zeit aufmerksam an unserer Seite. Charmant, freundlich, mit ehrlichem Interesse. Unsere Reisegruppe sorgt nämlich regelmäßig für viel Aufmerksamkeit:

Dass Pubuduni mit uns reist, führt fast immer zur gleichen ersten Annahme: Sie sei unser Guide. Mit einem Lächeln und in super schnellem Singhalesisch stellt sie dann klar, dass wir eine Familie sind und wir ihre deutschen Eltern.

Man merkt jedes Mal, wie diese Information kurz überrascht und dann interessiert aufgenommen wird. Auch Asiri wollte genau wissen, wie wir zusammengefunden haben.

Familienkonzepte sind eben nicht überall gleich – und Neugier ist universell.

Pool exklusiv

Nach dem Frühstück testeten die Kinder sofort den Pool, bei 28 Grad Lufttemperatur. Der Pool gehörte uns allein – herrlich! Ein sehr entspannter Start in den ersten richtigen Urlaubstag. Und eine fantastische Kur, um den schneereichen deutschen Winter endlich zu vergessen.

Snacks am Pool.
Pool-Action
Ready for TukTuk.

TukTuk & erste Meeresbrise

Am späten Vormittag fuhren wir mit zwei TukTuks Richtung Strand, nur etwa zehn Minuten entfernt. Ich möchte betonen: Wir fuhren nicht selbst: Linksverkehr und Asien – gefährliche Mischung für Europäer. Eine Tuktuk-Fahrt kostete übrigens umgerechnet etwa 1,40 EUR.

TukTuks sind das Hauptfortbewegungsmittel.

Mit asiatischem Roller-Verkehr haben wir ja bereits Erfahrung, aber Oma Steffi wurde im lebhaften Linksverkehr leicht blass um die Nase. Es ist und bleibt eine ganz eigene Dynamik: hupen, ausweichen, beschleunigen, bremsen – alles gleichzeitig und nicht unbedingt logisch. Pubuduni sagt: „Links blinken und rechts fahren.“

Am Strand suchten wir uns ein Restaurant mit Blick aufs Meer und bestellten unseren ersten Fisch. Frisch, einfach zubereitet, genau richtig. Dazu dieser weite Blick auf den Indischen Ozean – ein Moment, in dem man merkt, dass man wirklich angekommen ist.

Fischplatte mit Sea-Chicken.
Super Aussicht.
Gute Laune, müde Augen.
Sonnenschutz – super wichtig.

Der Tag endete so ruhig, wie er begonnen hatte. Kein großes Programm, keine To-do-Liste. Nur Sonne, Wasser, Gespräche und das Gefühl, in der neuen Zeitzone gelandet zu sein.

Unser Ziel für diesen ersten Tag war simpel: ankommen.
Und genau das gelang uns.

Besuch am Abend.

Ankunft in Colombo

Um 2:30 Uhr morgens sind wir in Colombo gelandet.
Eine Uhrzeit, zu der man normalerweise nicht besonders aufnahmefähig ist, erstaunlicherweise waren wir es trotzdem.

Am Flughafen lief alles reibungslos. Die Visa hatte Carsten vorab online beantragt, was die Einreise deutlich entspannter machte. Keine langen Diskussionen, keine Unsicherheit, einfach Stempel, Gepäck, weiter.

Direkt vor dem Terminal wartete schon unser Shuttle nach Negombo. Und dort trafen wir Dulhani, Pubudunis Schwester. Obwohl wir uns noch nie gesehen hatten, war sofort klar, wer zu wem gehört. Ein kurzes Wiedersehen, denn Pubu wird ja weiterhin mit uns reisen. Einige Regionen ihres eigenen Landes kennt sie selbst noch nicht. Wir entdecken also gemeinsam.

Und dann war da noch etwas, das uns sofort positiv auffiel: das Klima.
Angenehme 24 Grad in der Nacht. Kein drückender Tropen-Schock, sondern warme, weiche Luft. Genau so hatten wir uns den Start vorgestellt.

Erste Nacht in Negombo

Koffer eignen sich hervorragend zum Klettern.

Unser Hotel, das The Cottage, lag ruhig in Negombo: zehn kleine Bungalows rund um einen sehr schönen Pool. Gegen vier Uhr morgens wurden wir herzlich empfangen, trotz der Uhrzeit wirkte alles vorbereitet und organisiert.

Begrüßung am Morgen.

Wir bezogen unsere drei Ferienhäuser, verteilten Koffer und schlossen die Türen. Als wir schließlich im Bett lagen, wurde es bereits hell.

Der Impuls, einfach wach zu bleiben, war kurz da. Aber wir entschieden uns für ein paar Stunden Schlaf. Wir wollten uns nur einen tag Zeit geben, um in der neuen Zeitzone klarzukommen.

The Cottage, Negombo
Super freundlicher Empfang.

Sri Lanka begann für uns zunächst ganz pragmatisch: ankommen, organisieren, schlafen.