Ella empfing uns mit einer ganz eigenen Stimmung. Kühler als erwartet, dichter, grüner und voller kleiner Kontraste. Zwischen Regenwald und quirligen Straßen, zwischen Abschied und Aufbruch, zwischen Ruhe und Nervenkitzel entstanden Tage, die sich ganz anders anfühlten als zuvor.
Warum Pizza plötzlich wichtig wurde, weshalb ich eine kleine Premiere wagte und was es mit Affen, Henna und einem sehr frühen Abschied auf sich hatte – das gehört zu unserer Zeit in Ella.
Morgens im Dschungel
Der nächste Morgen schenkte uns einen dieser Blicke, die man nicht vergisst: dichter, sattgrüner Dschungel, Vogelstimmen, feuchte Luft, ein fantastischer Duft nach Jasmin und frischem Tag.

Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde gearbeitet, gespielt, gelesen. Ein entspanntes Ineinander von Reisealltag und Familienleben, das sich inzwischen ganz selbstverständlich anfühlte.

Mittags fuhren wir mit zwei TukTuks den Berg hinunter in die Stadt. Im Wald hatte sich der Regen dramatisch angefühlt, unten in Ella war er plötzlich nur noch ein harmloses Nieseln.
Pizza, Touristenshops und Serpentinen
Die Kinder hatten einen klaren Wunsch: Pizza. Also Einkehr, kurze Verschnaufpause und danach Teilung der Gruppe.
Während Pubu, Valentina und ich durch die Straßen schlenderten, liefen die anderen die Serpentinen hinauf zurück zum Baumhaus. Shopping in Ella bedeutet: viele bunte Touristenläden, viel Leinenoptik, viel Ethno-Muster, aber leider kaum hochwertige, handgemachte Einzelstücke. Ich hielt Ausschau nach fair produzierter, besonderer Kleidung. Gefunden habe ich sie nicht. Die Qualität wirkte meist mittelmäßig, sehr auf Reisende ausgelegt.

Spaß gemacht hat es trotzdem. Und mit dem TukTuk zurück ins Baumhaus fühlte sich der Tag rund an. Abends: Regen auf dem Dach, Karten spielen, früh ins Bett.

Abschied im Regen
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker für Pubuduni viel zu früh: Sie verließ uns im strömenden Regen mit dem Bus Richtung Colombo. Am nächsten Tag standen ihre Deutsch-Prüfungen im Goethe-Institut an. Ein wichtiger Schritt für sie und Voraussetzung für das deutsche Visum.
Der Regen prasselte ununterbrochen vom Himmel, aber wir beschlossen trotzdem, in die Stadt zu laufen. Kaum aus unserem Baumhaus heraus stellten wir fest: Wieder alles nicht so schlimm.

In einem winzigen Laden mit handgenähten Spielsachen entdeckten wir eine junge Frau, die Henna anbot. Valentina wählte ein Motiv nach Vorlage, ich ließ sie frei gestalten. Ihr filigran und präzise, meins intuitiv und verspielt. Ein hübscher Urlaubs-Mädchenkram.


Wasserfall, Affen und viele Menschen
Am frühen Nachmittag holten uns Nirosh und Onkel ab. Ziel: ein Wasserfall in der Nähe von Ella. Sehr touristisch, sehr voll aber trotzdem schön. Vielleicht wegen der frechen Affen, die versuchten, Snacks zu klauen. Vielleicht wegen der guten Stimmung. Vielleicht einfach, weil es sich nach Abenteuer anfühlte.



Carsten blieb mit Florin im Hotel. Sein Mittagsschlaf ist nicht verhandelbar und manchmal ist es klug, genau das zu respektieren.
Little Adam’s Peak – eine Premiere
Danach ging es weiter zum Little Adam’s Peak. Nirosh legte uns die Wanderung sehr ans Herz und mittlerweile vertrauten wir seinen Empfehlungen blind.
Der Aufstieg war steiler und verlange mehr Schwindelfreiheit als erwartet. Nicht extrem, aber definitiv nichts für Kleinkinder. In dem Moment war ich sehr froh, dass Florin nicht dabei war.
Und dann meine persönliche Premiere: das erste Mal eine Bergtour in Schlappen statt in Wanderschuhen. Würde ich es empfehlen? Absolut!

Oben wartete dieser Blick. Weite Hügel, sattes Grün, Wolkenfetzen, die durch die Täler zogen. Wunderschöne Landschaft, Blick auf einzelne Stupas, die aus der Landschaft hervorblitzten.

Nach dem Abstieg trafen wir Carsten und Florin zum Abendessen in Ella. Das Abendessen hatten wir uns wirklich verdient.

Unterwegs mit Kleinkind in Ella
Florin transportieren wir hier übrigens fast ausschließlich in der Rückentrage, unserer Didymos DidiGo. Mit Kinderwagen ist in Ella kein Durchkommen. Die Straßen sind eng, steil, unübersichtlich, der Verkehr chaotisch und teilweise wirklich gefährlich. Außerdem gibt es in Sri Lanka nur selten Fußwege.
Dazu schreibe ich an anderer Stelle noch ausführlicher.
Unser Fazit zu Ella
Ella ist quirlig. Lebendig. Voller Backpacker, Cafés, Musik, Wanderlust und Regenschauer. Es waren entspannte Tage im Grünen, mit kleinen Abenteuern und viel Familienzeit.
Und trotzdem: Nach den kühlen 19 Grad und so viel Regen wuchs die Sehnsucht nach Sonne auf der Haut.
Zeit, weiterzuziehen.

































































































