Unsere Route

Drei Wochen. Eine Insel. Und ziemlich viele Ideen im Kopf.

Schon im August 2025 haben wir begonnen, unsere Rundreise zu planen. Nicht mit dem Anspruch, „alles“ zu sehen (das wäre ohnehin illusorisch) sondern mit dem Wunsch, unterschiedliche Landschaften, Stimmungen und Regionen kennenzulernen. Unsere Route ist deshalb eine Mischung aus Kultur, Natur, Bergen und Meer.

Negombo (08.02.2026)
Hier beginnt unsere Reise. Nach der Ankunft wollen wir erst einmal ankommen, tropische Luft einatmen, die ersten Geräusche aufnehmen und langsam in einen anderen Rhythmus wechseln.

Anuradhapura (10.02.2026)
Unsere erste längere Etappe führt uns in das kulturelle Herz der Insel. Alte Königsstadt, jahrtausendealte Geschichte, heilige Stätten. Hier tauchen wir zum ersten Mal tief in Sri Lankas Vergangenheit ein. Auf dem Weg halten wir bei Pubudunis Familie in Kuleyapeteya an. Wir sind zum Lunch eingeladen.

Habarana (12.02.2026)
Von hier aus erkunden wir das sogenannte „Kulturdreieck“. Felsen, Tempel, vielleicht die ersten Elefanten – wir sind gespannt, wie sich diese Landschaft anfühlt, von der wir so viel gehört haben.

Kandy (15.02.2026)
Weiter geht es ins Hochland. Kandy gilt als kulturelles Zentrum des Buddhismus. Zwischen See, Tempel und grünem Umland hoffen wir auf eine Mischung aus Stadtleben und Natur.

Ella (16.02.2026)
Berge, Teeplantagen, Zugstrecken mit Panoramablick: Ella klingt schon beim Aussprechen nach Weite. Hier erwarten wir Sri Lanka von seiner grünen, fast schon mystischen Seite.

Yala Nationalpark (19.02.2026)
Safari-Zeit. Mit etwas Glück sehen wir Elefanten, vielleicht sogar einen Leoparden. Für uns alle vermutlich einer der Höhepunkte der Reise.

Galle (21.02.2026)
Kolonialgeschichte trifft Meeresrauschen. Galle soll entspannter sein, mit alten Mauern, kleinen Gassen und Blick auf den Indischen Ozean.

Colombo (25.02.2026)
Zum Abschluss noch einmal Großstadt. Bevor es zurückgeht, möchten wir das moderne Sri Lanka erleben – quirlig, laut, vielleicht ein wenig chaotisch.

Das ist unser Plan.
Was daraus wird, erzählen wir hier.

Wer uns kennt, weiß: Wir halten uns selten ganz streng an Linien auf einer Karte. Und wenn sich unterwegs eine spannende Abzweigung ergibt, schauen wir meist nicht lange auf den Wegweiser.

Wer mitreisen möchte, folgt einfach diesem Blog.
Über Gedanken, Tipps oder eigene Erfahrungen freuen wir uns immer.

Sri Lanka kurz und knapp

Sri Lanka ist eines dieser Länder, bei dem es gefühlt nur zwei Reaktionen gibt: Entweder jemand war schon einmal dort (und bekommt sofort dieses leuchtende „Ach, Sri Lanka!“ in den Augen) oder man erntet einen leicht fragenden Blick und hört ein vorsichtiges: „Wo genau liegt das nochmal?“

Zwischen begeisterten Erzählungen von Teeplantagen, Elefanten und endlosen Stränden haben wir gemerkt: Sri Lanka ist für viele entweder ein Herzensort oder ein weißer Fleck auf der inneren Weltkarte.

Damit sich das ändert, hier ein paar Fakten rund um das Land, in dem wir gerade unterwegs sind.

Flagge Sri Lankas

Fakten

Lage: Inselstaat im Indischen Ozean, südlich von Indien
Hauptstadt: Sri Jayawardenepura Kotte (Regierungssitz), Colombo (wirtschaftliches Zentrum)
Einwohner: ca. 22 Millionen
Sprache: Singhalesisch & Tamil (Englisch ist weit verbreitet)
Währung: Sri-Lanka-Rupie (LKR)
Zeitzone: +4,5 Stunden im Winter / +3,5 Stunden im Sommer gegenüber Deutschland

Klima

Tropisch-warm das ganze Jahr über. Je nach Region bestimmen zwei Monsune das Wetter, deshalb ist irgendwo auf der Insel eigentlich immer Reisezeit.

Religion & Kultur

Überwiegend buddhistisch geprägt, daneben Hinduismus, Islam und Christentum. Tempel, Stupas und religiöse Feste gehören selbstverständlich zum Alltag.

Sri Lanka mit Kindern

Sri Lanka wirkt auf der Karte überschaubar und genau das soll das Reisen mit Kindern angenehm machen. Man hört, dass Strand, Berge, Teeplantagen und Nationalparks relativ nah beieinanderliegen und die Fahrzeiten dadurch gut planbar sind. Ob das im Alltag wirklich so entspannt ist, werden wir bald herausfinden.

Auch von den vielen Tieren wird immer wieder erzählt: Affen an Tempeln, Pfauen auf Hotelwiesen, Elefanten in freier Wildbahn. Für Kinder klingt das jedenfalls nach einem ziemlich großen Abenteuer. Wir sind gespannt, wie nah man dem Ganzen tatsächlich kommt.

Was uns besonders neugierig macht, ist die oft beschriebene Herzlichkeit gegenüber Familien. Kinder sollen hier ganz selbstverständlich dazugehören. Wir werden sehen, ob wir das genauso erleben.

Zeugnis in der Hand. Endlich geht es los!

Die Zeugnisse waren kaum verteilt, da saßen wir mittags schon im Auto. Während andere vielleicht erst einmal in den Ferienmodus gleiten, sind wir direkt losgerollt: Richtung Süden. Richtung Abenteuer. Richtung Sri Lanka.

Drei Wochen Rundreise. Selbst organisiert. Bereits im August 2025 gebucht. Und jetzt plötzlich: ganz real. So lange Urlaub am Stück hatten wir noch nie. Selbstverständlich stecken die Laptops im Gepäck aber arbeiten in exotischer Umgebung fühlt sich ganz anders an.

Abschied von Paula

Unser erster Halt war in München, bei Felix & Janine. Dort durfte Paula einziehen. Für die nächsten drei Wochen wird sie vermutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als jemals zuvor. Wir sind ziemlich sicher, dass unsere Hunde-Omi uns kein bisschen vermissen wird.

Mit einem letzten Krauler, einem schnellen Foto und dem beruhigenden Gefühl, dass sie es richtig gut haben wird, ging es weiter zum Flughafenhotel.

Mach’s gut Pauli.

20:00 Uhr kamen wir im Flughafen-Hotel an. Es gab noch ein kleines Picknick in der Lobby und wohlsortierte Vorfreude.
Noch einmal Taschen sortieren. Wecker stellen auf 4:45 Uhr.

Spätestens da wurde klar: Jetzt wird es ernst.

6:00 Uhr. Flughafenmodus.

Um Punkt sechs standen wir am Flughafen München. Unser Auto wurde direkt von einem Fahrer entgegengenommen, der es für die nächsten drei Wochen sicher parkt, ein erstaunlich entspannter Start in den Tag.

Spaß im Aufzug.

Online eingecheckt waren wir zum Glück schon. Während sich eine lange Schlange am Schalter bildete, durften wir mit unserer siebenköpfigen Reisegruppe freundlich daran vorbeiziehen.
Carsten.
Stefanie.
Leo.
Valentina.
Florin.
Pubuduni.
Oma Steffi.

7 sind eine Gang.

Man fällt auf. Immer.

Der Sicherheitscheck war erstaunlich schnell erledigt, insgesamt dauerte das gesamte Prozedere gerade einmal 35 Minuten. Mit Kindern reisen bedeutet nicht automatisch Chaos. Manchmal bedeutet es einfach nur gute Vorbereitung.

Und dann saßen wir da. Mit Kaffee in der Hand. Müde Augen. Große Vorfreude.

Ein neuer Vogel: Dreamliner

Unser Flugzeug war ein nagelneuer Dreamliner A787-9. Noch nie zuvor sind wir mit diesem Typ geflogen. Und spätestens als wir an Bord die Kameraperspektiven auf den Monitoren entdeckten – eine nach vorne, eine unter dem Flugzeug – waren nicht nur die Kinder fasziniert.

7-köpfige Reisegruppe

Vor allem beim Start war die Kamera unter dem Bauch des Flugzeugs spektakulär. Der Moment, wenn sich die Räder vom Boden lösen und München langsam kleiner wird, aus dieser Perspektive sieht man das sonst nie.

Der Flug dauerte nur fünf Stunden und war erstaunlich angenehm.
Florin ist inzwischen absoluter Langstrecken-Profi. Kopfhörer auf, Film an, zwischendurch Snacks und viel kuscheln – zufrieden.

Langstrecken-Profi

Die Stimmung? Durchweg euphorisch. Keine Müdigkeit, kein Stress. Nur dieses leise Kribbeln, das sagt: Jetzt beginnt etwas Besonderes. Es geht wieder los!

Zwischenstopp in Doha

Gelandet sind wir in Doha, Katar. Drei Stunden Aufenthalt. Und was soll man sagen – dieser Flughafen ist eine kleine Stadt für sich. Riesig. Modern. Überraschend familienfreundlich.

In den Armen des großen Bruders schläft es sich ausgezeichnet.

Mehrere Spielplätze mitten im Terminal. Perfekt, um Restenergie loszuwerden. Gerade bei einem Zwischenstopp mit 4-Jährigem Gold wert.

Nach dem Stoben kommt der Schlaf.

Während wir durch die Hallen liefen, wurde uns noch einmal bewusst: Das hier ist nicht nur eine Reise. Es ist eine Begegnung. Pubuduni lebt seit neun Monaten bei uns – und nun fliegen wir gemeinsam in ihr Heimatland. Ihre Geschichten haben Sri Lanka für uns lebendig gemacht, lange bevor wir ein Ticket gebucht haben. Wobei wir Sri Lanka schon auf unserer Liste hatten, bevor Pubuduni zu uns gekommen ist. Dass unser Au-Pair aus Sri Lanka kommt, war ein Zufall.

Jetzt sind wir endlich unterwegs. Und alles fühlt sich genau richtig an.

Sri Lanka – schon lange auf unserer Liste

Sigiriya Rock im Hintergrund, Central Province, Sri Lanka

Die Welt wird größer, wenn man losgeht.

Sri Lanka stand bei uns schon recht lange auf der Asien-Liste. Nicht als konkreter Plan, eher als Wunsch, der immer wieder aufkam. Ayurveda, Buddhismus, Safari und die Vorstellung, Elefanten in freier Wildbahn zu erleben, haben dieses Land für uns besonders gemacht. Und nach wie vor genießen wir das „Sommer-im-Winter-Gefühl“.

Die Flüge buchten wir bereits im Sommer, die Hotels im Herbst und erst vor kurzem haben wir uns einen Fahrer gesucht. Also wieder mal alles individuell geplant und gebucht, mit Unterstützung von Pubuduni, die seit Frühjahr 2025 bei uns lebt.

Nach unseren bisherigen Reisen war klar, dass wir auch dieses Mal nicht einfach verreisen, sondern uns Zeit nehmen möchten. Drei Wochen, um anzukommen, weiterzufahren, stehenzubleiben. Um Eindrücke wirken zu lassen und nicht alles sofort einzuordnen.

Pubuduni zeigt uns ihr Heimatland, ihre Kultur und sicher auch Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Für uns ist das ein großes Geschenk und macht diese Reise zu etwas sehr Persönlichem.

Wir sind gespannt auf Landschaften, Tempel, Begegnungen und auf all das, was unterwegs passiert, ohne geplant zu sein. Wie immer entsteht dieser Blog parallel zur Reise – als Sammlung von Momenten, Gedanken und Erinnerungen.

In wenigen Tagen geht es los.

Abschied

Nach fast zwei Wochen wieder Socken tragen! Das zögerte ich bis zum Schluss hinaus. Erst am Mittag sollten wir zum Flughafen abgeholt werden. Natürlich gönnten wir uns ein Frühstück in der Villa, blieben bis zur letzten Sekunde im Pool und brachten alle Souvenirs sicher in den Koffern unter.

Amtliches Frühstück

Wir verabschiedeten uns von der Hotelcrew und von unserem Lieblingsfahrer Budi – mit der Gewissheit, nicht das letzte Mal an diesem wundervollen Ort gewesen zu sein. Das gesamte Team hat uns einen perfekten Aufenthalt bereitet, es hätte nicht komfortabler sein können.

Am Flughafen gab es ein letztes Mal mystische Statuen zu sehen und nun mussten leider auch lange Hosen, Socken und Pullover angezogen werden.

Socken, Schuhe, uäääääh!
Als Handgepäck leider zu groß.
Gate-Party

Der Flug nach Taipeh ging gut, die Kinder sind ja mittlerweile schon Profis. Selbst der Kleinste kennt sich prima aus und hatte keine Schwierigkeiten. In Taipeh freuten wir uns, unseren kurzen Aufenthalt auf einem super sauberen Spielplatz verbringen zu dürfen.

Taipeh mögen wir.

Der Flug nach München dauerte dieses Mal 15 Stunden. Wir hatten großen Respekt davor, aber verschliefen etwa die Hälfte davon. Die ersten deutschen Worte, die ich in München hörte, waren: „Grias eich! Familien mit Kindern, do geht’s lang, bittschön!“ Was übersetzt heißt: „Der Urlaub ist vorbei!“ #micdrop

Spa, Shopping und Meeresfrüchte

Dann war er da: Der vorletzte Tag in unserem Paradies. Wir schliefen uns richtig aus (bis 8:00 Uhr) und gönnten uns ein fantastisches Frühstück im Gong Restaurant. Der Tisch bog sich mal wieder unter den tropischen Früchten, frischen Salaten, French Toasts, Bami und Nasi Gorengs, Eggs any Style und frischen Säften. Das Tischgespräch drehte sich natürlich noch um die Eindrücke des Vortags. Bei uns allen hatten die Erlebnisse einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Umso besser, dass wir Ladies uns noch eine wundervolle Spa-Behandlung gönnten: Fußbad, Relaxing-Massage und Gesichtsbehandlung. Dabei bekamen die Gedanken Flügel und wir konnten perfekt entspannen.

Massage-Liegen
Vor der Verjüngung

Nach unserer Verjüngungskur trafen wir die anderen am Strand. Ein letztes Bad im Ozean, ein letztes Mal den balinesischen Sand zwischen den Zehen spüren – Wehmut lag in der Luft.

Florins Lieblings-Ort
Fast wie Ostsee

Es wollten noch ein paar Souvenirs gekauft werden, also machten wir Mädels uns auf zu einer westlich geprägten Mall. Es war herrlich kühl in diesem riesigen Einkaufszentrum! Natürlich war das Warenangebot ein ganz anderes als in Ubud – Preise waren ausgewiesen, ein Handeln nicht nötig, Laden an Laden, sehr gut sortiert und geordnet. In einem sehr großen Supermarkt bewunderten wir die Auswahl an frischen Früchten und bedauerten mal wieder, dass die Früchte in Deutschland nicht mal annähernd so gut schmeckten.

Mall

Nach der Shopping-Tour fuhren wir in unser Hotel zurück und genossen den späten Nachmittag in unseren Pools. Selbstverständlich wurden dabei Drachenfrüchte, Mangostans und Rambutan-Früchte verputzt.

Unseren letzten Abend verbrachten wir in unserem Lieblings-Warung am Strand. Es gab Meeresfrüchte satt und vorsichtige Gedanken an die Rückreise. Ich versuchte, alle Düfte, Geräusche und Eindrücke abzuspeichern und für immer sicher zu verwahren.

Gegrillte Meeresfrüchte
Traurig und glücklich zugleich.

Monarchengarten, Wassertempel, Traumstrand, Salzgewinnung und schwarzer Sand

Die Zeit vergeht immer am schnellsten, wenn es besonders schön ist: Es war plötzlich Mittwoch geworden. Heute hieß es, sehr früh aufzustehen, denn unser Guide sollte uns bereits um 7:30 Uhr abholen. Wir hatten eine große Tagestour in den Norden vor uns. Es war eine wundervolle Überraschung, als uns Agung Dewi sehr herzlich auf Deutsch begrüßte. Noch wussten wir nicht, welch wunderbaren Menschen wir im Laufe des Tages kennenlernen durften.

Müde nahmen wir also im Kleinbus Platz und eine wilde Fahrt begann. Agung gestaltete sie uns sehr kurzweilig: Sie erzählte uns, wie Mädchen als Töchter in Bali und Indonesien behandelt werden, wie sich das Patriarchat auf das Familiengefüge auswirkt, wie man einen balinesischen Führerschein bekommen kann (ab 18, eine Prüfung, ohne Fahrschule), warum Balinesen keinen Familiennamen haben und so viele Indonesier Ihren Urlaub gern auf Bali verbringen. Sie beantwortete alle Fragen gewissenhaft und immer mit einem klugen Humor.

Balinesische Grundschüler in Schuluniform.
Kurze Hosen bedeuten: Grundschüler.

Dank Agung Dewi verging der erste Teil der Fahrt wie im Fluge, der erste Stopp war bei einem kleinen Batik-Handwerksbetrieb. Das kannten wir zwar schon vom ersten Ausflug nach Ubud, aber es war nochmal eine tolle Gelegenheit, um uns mit Sarongs auszustatten.

Entspanntes Einkaufen

Weiter ging es nach Sidemen zu einem Denkmal der balinesischen Besatzungszeit. in einem Monument erinnerten gebastelte Schaubilder an die bewegte Vergangenheit dieser wundervollen Insel. Im Anschluss führte uns ein Zebrastreifen inklusive Verkehrspolizist in einen Monarchen-Garten. Wie eine grüne Oase im trubeligen Verkehrs-Ameisenhaufen erlebten wir dieses liebevoll angelegte grüne Versteck. Angung Dewi erklärte uns, wie an diesem Ort Gericht gehalten wurde und welche Regeln für das balinesische Zusammenleben galten.

Zebrastreifen mit Polizist
Garten mit Wasseranlagen
Spaziergang durch den Garten

Unsere Mägen knurrten vernehmlich und niemand war traurig, als wir zum Mittagessen in einem Restaurant in den Reisterrassen hielten. Mit einem weiten Blick über die Felder schmeckte die Mahlzeit noch viel besser. Während unseres Lunches prasselte übrigens ein Regenguss auf unser Bambusdach hinab. Perfektes Timing!

Pause in den Reisterrassen
Regenzeit macht uns nichts aus, wir haben ein Dach über dem Kopf!

Das nächste Highlight war der berühmte Wassertempel Tirta Gangga, 1946 erbaut vom letzten König von Karangasem. Wunderschöne Statuen in Koi-Teichanlagen, üppig blühende Landschaften und mystische Figuren. Der Tempel in dieser Anlage gilt alt spirituelle Stätte, da das Wasser als heilig gilt und für Zeremonien genutzt wird. Außerdem kommen in den frühen Morgenstunden Schulklassen, um Schwimmen zu lernen.

Steinplatten im Lotusteich
Mystische Skulpturen

Nach der Mittagspause fuhren wir etwa 35 Minuten weiter zu einem geheimen Spot: Ein unfassbar schöner Sandstrand mit perfekten Wellen, der Pantai Pasir Putih, auch „Virgin Beach“ genannt. Die Kinder waren ruckzuck im Wasser, freuten sich über die Abkühlung, den weißen Sand, das glasklare Wasser und die ruhige Atmosphäre.

Perfekter Strand

Der Abschied vom perfekten Strand fiel uns nicht leicht, aber ein letzter Stopp wollte noch erlebt werden: Der schwarze Strand von Pantai Kusamba. Der Sand stammt aus den Vulkanen Balis und ist besonders mineralreich. Wir durften die traditionelle Meersalzproduktion eines balinesischen Ehepaares beobachten. Die Salzproduktion in Kusamba ist mehrere hundert Jahre alt und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Valentina durfte den letzten Teil des Prozesses ausprobieren: Das getrocknete Salz schaben und durch Bambus sieben.

Faszinierendes Handwerk
Salzbauer
Sand-Freund
Salzgewinnung
Valentina durfte es ausprobieren.

Auf dem Heimweg rundete Agung Dewi unsere Eindrücke mit kleinen Geschichten vom balinesischen Dorfleben ab. Außerdem zeigten sich noch einige Makaken am Straßenrand- Florin war begeistert.

Makaken am Straßenrand

Ein Tag voller nachhaltiger Eindrücke ging zu Ende. Ich nahm mir fest vor, einige neue Informationen noch einmal nachzulesen und etwas von der balinesischen Lebenseinstellung in mein Leben zu transportieren. Rahajeng wengi, dumogi nyak nipun turu nyenangin, Bali!

Wie aus einem Ausruhtag ein Ausflugstag wurde

Der Ausflug vom Vortag nach Terunyan hallte noch in uns nach. Besonders beschäftigte mich der Anblick des „weggeworfenen“ Toten. Es ist nämlich so, dass der Platz unter dem duftenden Baum begrenzt ist und wenn der nächste Tote beerdigt wird, muss der „älteste“ Leichnam weichen. Er wird an einem Abhang abgelegt, der für europäische Augen wie eine Müllkippe aussieht. Dem Toten wurde außerdem nicht der Schädel entfernt, was im Normalfall ein Familienangehöriger übernimmt, um ihn dann bei den anderen zu platzieren. Was war also passiert? Warum lag er einfach nur so herum? Auf diese Fragen würde ich wohl niemals eine Antwort bekommen.

Ein unlösbares Geheimnis

Den 6.Tag unseres Bali-Urlaubs wollten wir also ruhig angehen lassen. Da wir aber schon bei der Landung ein riesiges Monument sehen konnten, entschlossen wir uns spontan, den ruhigen Tag in einen halben Ausflugstag umzuplanen. In etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die Garuda-Wisnu-Kencana-Statue. Dieses Monument zeigt den hinduistischen Gott Vishnu dar. Er reitet auf dem mystischen Vogel Garuda. Das Wahrzeichen ist 121 Meter hoch und in der Trockenzeit ist auf dem Gelände des angrenzenden Kulturparks sicher die Hölle los.

Ein wilder Ritt!
Am Eingang des Kulturparks.

Als wir ankamen, mussten wir einige Zeit unter einer Überdachung ausharren, ein Regenguss erinnerte uns daran, dass wir zur Regenzeit reisten. Dann aber konnten wir den Park erobern. Die Sonne verdunstete das Regenwasser, was dem ganzen einen mystischen Zauber verlieh. Wir hatten dort einen tollen Spaziergang und staunten einmal mehr über die vielen Gesichter Balis.

Warten auf das Ende des Regenschauers.
Regenzeit
GWK-Statue
Parkanlage
Saftiges Grün
Reisegruppe
Young Coconut
Florin hat Dinoeier gefunden.
Good Vibes

Am Nachmittag waren wir zurück in unseren wundervollen Villen und genossen die Teatime mit Eiskaffe, Eistee und Snacks. Für uns Ladies gab es im Spa eine wohltuende traditionelle balinesische Massage, die uns mindestens um 20 Jahre verjüngte. Den Abend verbrachten wir am Strand. Müßiggang in seiner reinsten Form!

Ein Tag voller Magie: Von Sanur nach Kintamani

Bali ist die Insel der tausend Gesichter – von quirligen Stränden über mystische Vulkanlandschaften bis zu geheimnisvollen uralten Bräuchen. Unsere heutige Reise sollte uns von der entspannten Küste Sanurs in den Norden der Insel, nach Kintamani führen. Was uns dort erwartete, war mehr als eine Sightseeing-Tour – unsere Reise brachte uns tief in jahrhundertealte Geschichte und Kultur Balis und führte uns am Ende direkt zu einem schaurigen Geheimnis.

Ein Blick in das ursprüngliche Bali – Besuch eines traditionellen Dorfes

Als unsere erste Station besuchten wir Batuan, ein kleines, authentisches balinesisches Dorf, das sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Hier lebt eine Familie mit drei Generationen unter einem Dach – eine Tradition, die auf Bali tief verwurzelt ist. Während wir durch das Gehöft schlenderten, zeigte uns der Großvater voller Stolz die einfachen aber funktionalen Räumlichkeiten und führte uns zu den alten Tempelstatuen im Innenhof. Die Einfachheit und Harmonie dieses Lebens beeindruckten uns – keine Hektik, keine Ablenkung, nur eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und den Ahnen.

Lake Batur – Ein Juwel inmitten des Vulkans

Weiter ging es durch die kurvigen Bergstraßen Kintamanis bis zu einem der spektakulärsten Naturschauplätze Balis: der Lake Batur, ein riesiger Kratersee, eingebettet zwischen den schwarzen Lavafeldern des Mount Batur. Das tiefblaue Wasser spiegelte die umliegenden Berghänge wider, während über dem See ein leichter Nebel schwebte – eine fast mystische Atmosphäre.

Eine Bootsfahrt ins Ungewisse – Das Geheimnis von Terunyan

Doch der wahre Höhepunkt wartete noch auf uns. Wir bestiegen ein kleines Boot und fuhren zum Ostufer des Sees, ins abgelegene Dorf Terunyan – ein Ort, um den sich viele Legenden ranken.

Terunyan ist für seine einzigartige und zugleich schaurige Bestattungszeremonie bekannt: Die Toten werden nicht begraben oder verbrannt, sondern unter einem riesigen, heiligen Baum offen auf Bambusgestellen abgelegt. Und doch – kein Gestank, kein Verfall. Der Baum, so sagt man, neutralisiert den Geruch des Todes. Ein Anblick, der uns gleichermaßen faszinierte wie ehrfürchtig stimmte.

Kulinarische Höhen mit Panoramablick am Mount Batur

Nach so vielen Eindrücken meldete sich unser Hunger – und wir hätten uns keinen besseren Ort zum Essen aussuchen können. Direkt am Rand des Vulkans, mit Blick über ganz Kintamani, genossen wir ein köstliches balinesisches Mittagessen. Die dampfenden Schalen mit Nasi Goreng schmeckten gleich doppelt so gut, während wir die Szenerie in uns aufnahmen: den nebelverhangenen Gipfel des Mount Batur, die dichten Wälder, den tiefblauen See. Ein Moment purer Magie.

Ein Tag, der lange nachhallt

Unsere Tour nach Kintamani war nicht einfach nur eine Fahrt ins Hochland – es war eine Reise zu den Wurzeln Balis, zu seinen alten Bräuchen und spektakulären Naturschauplätzen. Wir verließen diesen Ort mit einer tiefen Bewunderung für die Kultur, die Menschen und die rohe Schönheit dieser Insel. Ein Tag, den wir nie vergessen werden!

Kokosnüsse und todesmutige Abendspaziergänge in Sanur

Schon am Morgen dieses Tages spürten wir deutlich: Heute sollte es sehr heiß werden. Zum Glück standen heute keine geplanten Ausflüge an, sondern wir wollten uns durch den Tag gleiten lassen und schauen, was passiert. Die großen Kinder wollten lieber den Villa-Pool nutzen und uns zog es mit dem Kleinsten an den Hafen von Sanur.

Glasklares Wasser
Fischerboote
Hafen von Sanur

Eine junge Kokosnuss versorgte uns mit Elektrolyten, dennoch piekste die Sonne sehr. Es wurde also nur ein kurzer Spaziergang: Wir bogen zum Strand mit einem Warung ab. Florin konnte seelenruhig im Sand spielen und wir uns, mit Blick auf das Meer, erfrischen. Herrlich entspannt war das und es gab viel zu sehen: Sonntags haben die balinesischen Kinder schulfrei und es waren sehr viele Familien am Strand. Wir konnten geschickte Taucher, umfangreiche Familienpicknicks und Kinderscharen im Wasser beobachten.

Mittelalte Kartoffel schlürft junge Kokosnuss
Sanur
Im Lieblings-Warung mit dem Lieblings-Menschen

Ein Wort zur Regenzeit auf Bali: Die Trauminsel liegt nahe am Äquator, was das ganze Jahr über Temperaturen um die 30 Grad mit sich bringt. In den Monaten November bis März kommt zu diesen Temperaturen der Regen hinzu. Das bedeutet: Es gibt mehrere Regenschauer am Tag, selten regnet es tagelang durch. Schon am ersten Tag bekamen wir einen Sonnenbrand, trotz LSF 50. Es passierte, dass wir uns bei einem Ausflug mal 30 Minuten unterstellen mussten, um den heftigen Regenguss abzuwarten. Und während ich diesen Text verfasse, prasselt ein heftiger Regenschauer auf die Terrasse. Es ist 07:30 Uhr am Morgen, somit hindert mich der Regen gerade weder an Aktivitäten noch verdirbt er mir die Urlaubslaune. An einem einzigen Ausflugstag sind wir richtig nass geworden. Und schnell wieder getrocknet, die Temperaturen sinken nämlich nicht.

Mein Fazit lautet: Ein Urlaub auf Bali macht zum Ende der Regenzeit Sinn – es sind deutlich weniger Touristen auf der Insel, das üppige Grün der Vegetation ist eine Wohltat für graugeplagte deutsche Winteraugen und die Sonne scheint dennoch sehr viele Stunden am Tag. Meistens regnet es in der Nacht oder wenn man sowieso gerade ein Dach über dem Kopf hat.

Am frühen Abend kehrten wir in unser Lieblings-Warung an den Strand zurück. Florin stürzte sich wieder begeistert in den Sand, wir genossen den Ausblick, die Geräusche und die Düfte. Zwischen den Tischen liefen oder lagen mittelgroße Hunde herum, sie gehören hier zum Strandbild dazu. Sie stören niemanden, sind keine Streuner und zeigen kein Aggressionspotenzial. So manches Mal hält man bei einer wilden Autofahrt den Atem an, wenn zwischen all den Rollern, LKWs und Autos Hunde seelenruhig auf der Straße hocken. Aber hier wird für jedes Lebewesen gebremst und wie Valentina es sehr treffend formuliert hat „Ich habe hier noch nie einen toten Hund gesehen!“

Florin im Sandhimmel

An diesem Abend wollten wir zu Fuß zu unserem Hotel zurückkehren. Mit dem Stroller geht das hier gar nicht so leicht: Wenn überhaupt Fußwege vorhanden sind, stolpert man in autoreifengroße Löcher. Die Nebenwege sind unbeleuchtet, Roller tauchen wie aus dem Nichts auf und an den Geruch der Abgase hatten wir uns schon am 2. Tag gewöhnt. Das Überqueren einer Hauptstraße war lebensgefährlich, also war der Heimweg ein Abenteuer, was wir alle unbeschadet überstanden.

Eingangsportal eines balinesischen Hauses
Straßenüberquerung- Leben am Limit!