Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von der trockenen Wildnis rund um den Yala National Park – es ging weiter Richtung Süden, nach Galle. Wieder mal eine längere Fahrt mit Nirosh und Maama. Wir freuten uns sehr.
Zum ersten Mal fuhren wir Highway. 120 km/h. Nach all den kurvigen Landstraßen fühlte sich das fast futuristisch an. Breite Spuren, geordneter Verkehr, zügiges Vorankommen, kaum Autos, seltenes Hupen. Fast langweilig.
Je weiter wir Richtung Küste kamen, desto spürbarer veränderte sich die Landschaft. Die Vegetation wurde üppiger, Palmen dominierten das Bild, dazwischen Reisfelder, Zimt- und Kokosplantagen. Die Luft wurde schwerer, feuchter, salziger.
Die letzte Stunde fuhren wir nahezu durchgehend an der Küste entlang. In den kleinen Orten reihten sich Frischfischstände aneinander. Thunfisch, Red Snapper, Garnelen, alles fangfrisch und nicht auf Eis präsentiert. Männer mit wettergegerbten Gesichtern, bunte Boote am Strand, Netze zum Trocknen in der Sonne. Die Südküste ist stark vom Fischfang geprägt, viele Familien leben seit Generationen vom Meer.
Die Region rund um Galle gehört klimatisch zur tropischen Feuchtzone Sri Lankas. Mangroven, Palmen, Schraubenbäume, Frangipani (Tempelbaum) – alles wirkt satt und lebendig.
Villa Golden – ein Volltreffer
Als wir bei unserer Villa ankamen, wurden wir unglaublich herzlich empfangen. Unser Hausmanager und das gesamte Team nahmen uns in Empfang, als würden wir zur Familie gehören.
Zunächst erhielten wir eine ausführliche Hausführung. Und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Haus war noch schöner als auf den Fotos.
Volltreffer!
Großzügige Räume, offene Architektur, Himmelbetten, genügend Badezimmer, ein liebevoll gepflegter Garten mit großem Pool. Und der direkte Zugang zum weißen Sandstrand. Weicher Sand, kaum Menschen, weite Sicht.



Uns war sofort klar: Für die nächsten fünf Tage würden wir nichts anderes brauchen als diesen Strand, diesen Pool und dieses Haus. Und was besonders schön war: Pubuduni kam aus Colombo zurück und brachte auch ihre Schwester Duhani mit.

Schildkrötennächte
Am Abend erzählte uns unser Nightguard, ein sportlicher und netter Typ mit erstaunlich hoher Stimme, dass nachts regelmäßig Meeresschildkröten an diesen Strand kommen, um ihre Eier abzulegen. Man könne das mit etwas Glück beobachten.
In diesem Moment war es endgültig um mich geschehen.
Die Südküste Sri Lankas ist ein wichtiger Nistplatz für mehrere Schildkrötenarten, darunter die Grüne Meeresschildkröte und die Unechte Karettschildkröte. Zwischen Ende Dezember und Ende März kommen sie nachts an Land, graben mit ihren Hinterflossen eine tiefe Grube und legen dort ihre Eier ab.
Am Morgen nach unserer ersten Nacht berichtete unser Nighti, dass tatsächlich eine Schildkröte da gewesen war. Leider werden die Eier häufig von Fischern oder Wilderern gestohlen, um sie zu verkaufen. Deshalb hatte er sie vorsorglich gesichert.
Gemeinsam mit ihm gingen wir zum Strand und vergruben die Eier erneut an einer geschützten Stelle.
Bis zu 120 Eier legt eine Schildkröte pro Gelege. Sie sind etwa golfballgroß, überraschend weich, fast lederartig. Dieses Wissen plötzlich nicht nur zu lesen, sondern in den eigenen Händen zu halten, war überwältigend.

Ein irres Erlebnis. Ehrfürchtig. Zerbrechlich. Besonders.
Tage im Rhythmus des Meeres
Die nächsten Tage verliefen genauso, wie wir es uns erhofft hatten.

Morgens duftete das ganze Haus nach Frühstück. Frische Früchte, Roti mit Kokossambal, Hoppers, Stringhoppers, Curd, Kardamom-Kaffee. Dezent umsorgt, ohne uns beobachtet zu fühlen. Der Pool war jeden Morgen blitzsauber, das Haus aufgeräumt, alles vorbereitet.

Strand. Pool. Lesen. Spielen. Treiben lassen. Ich konnte tatsächlich mein Vorhaben umsetzen und das dritte Buch meiner Urlaubslektüre fertiglesen.

Am Abend Wunschessen, gekocht vom Team. Danach das Rauschen des Meeres. Dunkelheit. Sterne.




Und immer diese leise Hoffnung, dass vielleicht wieder eine Schildkröte an Land kommt.
Danke, Sri Lanka.
Wieder eine tolle und neugierig machende und facettenreiche Landschaft! Es wird nicht langweilig und danke für die schönen Worte und Fotos!