
Unser Jüngster war vier, als wir drei Wochen durch Sri Lanka gefahren sind, die größeren Kinder waren Teenager. Das sind zwei sehr verschiedene Reisen im selben Auto. Was wir dabei gelernt haben, steht hier.
Trage statt Kinderwagen
Wir haben den Kleinen fast ausschließlich in der Rückentrage transportiert. In Sri Lanka gibt es selten Fußwege, die Straßen sind eng und teils steil, der Verkehr ist dicht. Mit Kinderwagen kommt man in Orten wie Ella schlicht nicht durch. An den Tempeln kam der Wagen zeitweise doch zum Einsatz, weil man damit auf ebenen Anlagen gut vorankommt und ein schlafendes Kind im Schatten parken kann. Wer beides dabeihat, ist flexibel. Wenn nur eines mitkann, dann die Trage.
Die Mittagsstunden gehören nicht dem Programm
Zwischen elf und drei meint die Sonne es ernst. Selbst im Schatten ist es warm, und ohne hohen Lichtschutzfaktor ist man in Minuten verbrannt. Wir haben die Tage deshalb geteilt: früh raus, gegen Mittag zurück in die Unterkunft, Pool und Pause, am späten Nachmittag noch einmal los. Der Mittagsschlaf war nicht verhandelbar, und es war richtig, ihn nicht zu verhandeln. An einem Tag ist einer von uns mit dem Kleinen im Hotel geblieben, während die anderen zum Wasserfall gefahren sind. Das ist keine verpasste Sehenswürdigkeit, sondern ein funktionierender Tag.
Tempel mit Kindern
An buddhistischen Stätten gelten klare Regeln, und sie gelten auch für Kinder: Schuhe aus, keine Kopfbedeckung, bedeckte Schultern, lange Hosen oder Röcke. Barfuß heißt barfuß auf Stein und Sand, und der ist schon am Vormittag heiß. Am Nachmittag wäre das für europäische Füße schwierig geworden. Wer Tempel besuchen will, geht früh.
Rechne außerdem mit Treppen. Sehr vielen Treppen. In Mihintale waren es geschätzt tausend Stufen bis zum Gipfel, am Felsentempel von Dambulla ebenfalls reichlich. Der Kleine wollte den letzten Teil getragen werden, und irgendjemand trägt dann.
Essen
Die Küche ist schärfer, als man denkt, und die Schärfe taucht dort auf, wo man sie nicht erwartet. Die Pommes für unseren Vierjährigen kamen mit Chilipulver überzogen. Verlässlich mild sind Reis, Roti, Hoppers ohne scharfe Beilage, Ei, Obst und die frischen Säfte. Das Obst ist ohnehin der beste Teil: Mango, Papaya, Ananas und diese kleinen, festen Bananen schmecken dort anders als zuhause.
Bestell bei Kindergerichten aktiv mild, auch wenn es selbstverständlich scheint.

Tiere sind das Programm
Man braucht für Kinder in Sri Lanka kaum Attraktionen. Affen auf dem Hoteldach, Warane am Kanal, Pfauen auf der Wiese, Elefanten am Straßenrand. Auf einer Bootstour durch die Lagunen bei Negombo haben wir an einem Vormittag Eisvögel, Reiher, Affen, Warane, Schmetterlinge und ein junges Krokodil gesehen. Das kostet wenig und hält länger als jeder Tempel.
Dazu gehört die andere Seite: Wir sind im Lebensraum dieser Tiere unterwegs. In Habarana standen abends Elefanten hinter den Hütten, und niemand ist dann noch losgefahren. Halte dich an das, was die Leute vor Ort sagen.
Kinder werden hier eingeladen
Das ist der Teil, den man schwer vorher glaubt. Unser Kleinster wurde überall angesprochen, mitgenommen, beschenkt. Fremde haben gefragt, ob sie ein Foto machen dürfen. Eine ältere Frau hat ihn auf den letzten Stufen einer Tempeltreppe an die Hand genommen und mit hochgeführt. Man fällt als Familie auf, und zwar freundlich. Wer das nicht mag, sollte es wissen. Wir haben es als Geschenk erlebt.
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