
Bali kannten wir schon, von der Hochzeitsreise und vom zehnten Hochzeitstag. Im Februar 2025 waren wir zum ersten Mal mit den Kindern dort, knapp zwei Wochen, mit Sanur als fester Basis. Keine Rundreise, sondern ein Standort und von dort aus Tagestouren. Für uns war das die bessere Entscheidung.
Ein Standort statt Rundreise
Wir haben uns nach dem zweiten Tag eine Regel gegeben: auf jeden Ausflugstag folgt ein Ruhetag in der Unterkunft und direkter Umgebung. Die Kinder haben sich das gewünscht, und der Rhythmus hat die ganze Reise getragen. Auf Bali kommt man ohnehin langsam voran, ein Tagesausflug ist ein ganzer Tag.
Wichtig war uns eine Unterkunft mit eigenem Pool und getrennten Häusern. Die großen Kinder hatten ihr eigenes Haus, der Kleinste konnte früh schlafen. Das ist auf Bali gut zu finden und kostet weniger als der gleiche Platz in einem Hotelzimmer.
Reisen in der Regenzeit, ehrlich betrachtet
Bali liegt nah am Äquator, es sind ganzjährig um die 30 Grad. Von November bis März kommt Regen dazu. In der Praxis heißt das: mehrere Schauer am Tag, selten tagelanger Dauerregen. An einem einzigen Ausflugstag sind wir richtig nass geworden, und nach kurzer Zeit wieder trocken, weil die Temperatur nicht fällt. Meistens regnete es nachts oder während wir ohnehin unter einem Dach saßen.
Unser Fazit: Das Ende der Regenzeit ist eine gute Reisezeit. Deutlich weniger Menschen, die Vegetation ist satt grün, und die Sonne scheint trotzdem viele Stunden. Den ersten Sonnenbrand hatten wir am ersten Tag, trotz Lichtschutzfaktor 50.
Verkehr und Wege
Für 15 Kilometer braucht man auf Bali schnell 40 Minuten. Auf ein Auto kommen gefühlt zehn Motorroller, es fließt langsam, aber es fließt. Alle nehmen aufeinander Rücksicht, es wird für jedes Lebewesen gebremst, auch für die Hunde, die mitten auf der Straße liegen. Wir sind ausschließlich mit Fahrer unterwegs gewesen.
Zwei Dinge, die Familien wissen sollten: In vielen Fahrzeugen gibt es keine Kindersitze und teils keine Anschnallsysteme im Fond. Und abends zu Fuß unterwegs zu sein ist anstrengend, weil Gehwege fehlen oder Löcher haben, Nebenstraßen unbeleuchtet sind und Roller aus dem Nichts auftauchen. Mit Buggy ist das kein Spaziergang.

Die Ausflüge, die sich gelohnt haben
Ubud
Barong-Tanzaufführung in einem kleinen Theater, eine Kaffeeplantage mit Führung durch die Gewürzpflanzen, eine Batikwerkstatt mit Weberei, der heilige Affenwald und der Kunstmarkt. Das ist ein voller Tag und für Kinder der abwechslungsreichste. Der Tanz funktioniert auch ohne Sprachkenntnisse, die Handwerksstätten sind ehrliche Einblicke, und die Affen sind für jedes Kind der Höhepunkt.
Kintamani und der Batur-See
Kurvige Bergstraßen, ein Kratersee zwischen Lavafeldern, Mittagessen mit Blick auf den Vulkan. Landschaftlich der eindrücklichste Tag.
Ein Hinweis, den wir vorher gern gehabt hätten: Zu dieser Tour gehört oft eine Bootsfahrt zum Dorf Terunyan. Dort werden Verstorbene nicht begraben oder verbrannt, sondern offen unter einem heiligen Baum abgelegt. Das ist kulturell hochinteressant und für manche Menschen schwer auszuhalten, auch für Erwachsene. Überlege vorher, ob du das mit deinen Kindern sehen möchtest, und rede danach darüber.

Der Osten: Wassertempel, Traumstrand, Salz
Der Wassertempel Tirta Gangga mit seinen Koi-Teichen, danach der Strand Pantai Pasir Putih mit hellem Sand und klarem Wasser, zum Schluss der schwarze Strand von Kusamba, wo eine Familie seit Generationen Meersalz gewinnt. Unsere Tochter durfte den letzten Arbeitsschritt selbst ausprobieren. Solche Stationen bleiben bei Kindern hängen, Tempel eher nicht.
Für diesen Tag hatten wir eine deutschsprachige Reiseführerin. Das hat den Tag auf ein anderes Niveau gehoben, weil unterwegs alle Fragen beantwortet wurden, von Familienstrukturen über Führerscheine bis zu Namensgebung. Wenn es das Budget hergibt: eine gute Begleitung ist auf Bali mehr wert als eine weitere Sehenswürdigkeit.

Anreise
Wir sind über Taipeh geflogen, insgesamt rund 27 Stunden von Tür zu Tür. Der Zwischenstopp hat die Strecke erträglich gemacht und uns nebenbei einen Tag in Taipeh geschenkt. Auf dem Rückweg dauerte der letzte Flug 15 Stunden am Stück, davon haben wir etwa die Hälfte verschlafen. Mehr dazu unter Fernflug mit Kindern.
Würden wir wiederkommen
Ja. Bali ist für Familien einfacher als es von Weitem aussieht: kurze Wege zum Strand, gutes Essen, freundliche Menschen, und Unterkünfte, die auf große Gruppen eingestellt sind. Was man mitbringen muss, ist Geduld im Verkehr.
Alle Tage einzeln stehen im Reisetagebuch.