Fernflug mit Kindern

Auf unserer letzten Fernreise lagen zwischen der Haustür und dem Hotelbett rund 24 Stunden: Autofahrt nach München, eine Nacht im Flughafenhotel, fünf Stunden Flug, drei Stunden Aufenthalt in Doha, ein zweiter Flug und eine Ankunft um halb drei Uhr nachts. Mit drei Kindern, davon einem Vierjährigen, und der Oma. Es hat funktioniert, und zwar nicht zufällig.

Der Tag vor dem Flug entscheidet

Wir fahren inzwischen am Vortag zum Flughafen und schlafen dort. Das kostet eine Hotelnacht und nimmt dem ganzen Start die Hektik. Kein nächtliches Autofahren, keine Sorge vor Stau, kein Kind, das um vier Uhr aus dem Bett gezerrt wird und dann zwölf Stunden durchhalten soll.

Dazu gehört: online einchecken, sobald es möglich ist. Während sich am Schalter eine lange Schlange bildete, sind wir mit sieben Personen daran vorbeigegangen. Vom Betreten des Terminals bis zum Sitzplatz im Wartebereich hat alles 35 Minuten gedauert.

Handgepäck ist der halbe Flug

  • Kopfhörer für jedes Kind. Die Bordunterhaltung braucht meist klassische Kopfhörer mit Klinkenstecker
  • Heruntergeladene Filme und Hörspiele auf einem eigenen Gerät. Das Bordprogramm ist nicht immer, was man hofft
  • Snacks, die sicher gegessen werden. Bordessen kommt zu unpassenden Zeiten und nicht immer kindgerecht
  • Ein Wechselshirt pro Kind und eines für den Erwachsenen daneben
  • Powerbank und Ladekabel
  • Eine leere Trinkflasche, nach der Sicherheitskontrolle auffüllen
  • Etwas Neues, klein und unaufgeregt. Ein neues Heft, ein neues kleines Spielzeug, erst im Flugzeug ausgepackt

Umsteigen ist besser als sein Ruf

Viele Familien suchen Direktflüge und nehmen dafür lange Strecken am Stück in Kauf. Wir sehen das inzwischen anders. Eine Unterbrechung von zwei bis drei Stunden teilt die Reise in zwei machbare Hälften, und große Drehkreuzflughäfen sind oft erstaunlich kinderfreundlich. In Doha gibt es mehrere Spielplätze mitten im Terminal. Mit einem Vierjährigen nach fünf Stunden Sitzen ist das mehr wert als jede Lounge.

Was man dabei einplanen sollte: genug Puffer. Unter zwei Stunden Umsteigezeit wird es mit Kindern, Buggy und Toilettengang eng.

Der Flug selbst

Unser Kleinster ist inzwischen ein ruhiger Langstreckenpassagier: Kopfhörer auf, Film an, zwischendurch Snacks und viel Nähe. Das war nicht immer so, und es hängt stark vom Alter ab. Was uns hilft:

  • Sitze so wählen, dass ein Erwachsener neben jedem kleinen Kind sitzt, und lieber früh reservieren
  • Beim Start und Landung etwas zu trinken oder zu lutschen gegen den Druck auf den Ohren
  • Erwartungen senken. Ein Kind, das zwei Stunden quengelt, ist kein Scheitern
  • Die Kamerabilder nutzen, wenn das Flugzeug sie hat. In modernen Maschinen wie der Boeing 787 gibt es eine Kamera nach vorn und eine unter dem Rumpf. Beim Start schauen da auch Erwachsene zu

Ankunft mitten in der Nacht

Viele Flüge nach Asien landen nachts. Drei Dinge machen das erträglich: ein vorab gebuchter Transfer, der wirklich vor dem Terminal wartet, eine Unterkunft, die die Ankunftszeit kennt, und eine kleine Tasche mit dem Nötigsten für die erste Nacht. Dann muss um vier Uhr morgens niemand drei Koffer öffnen.

Zeitverschiebung

Wir geben uns einen einzigen Tag, um anzukommen, und planen ihn bewusst leer. Ein Ort zum Bleiben, ein Pool oder ein Strand, kein Programm. Danach folgen wir konsequent der neuen Ortszeit. Bei Ostrichtung und viereinhalb Stunden Verschiebung hat das jedes Mal gereicht.

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