Um 7 Uhr morgens wurden wir von zwei offenen Jeeps abgeholt.
Nicht nur unsere Teenager jubelten – Safari!

Onkel und Nirosh begleiteten uns. Nirosh fuhr mit den Youngstern im einen Jeep, Onkel blieb bei uns, stets in Florins Nähe. Eine beruhigende Konstante. Der Weg war nicht weit, nach etwa 10 Minuten Fahrtzeit kamen wir am Eingang des Nationalparks an. Einige Hunde, die in Sri Lanka frei auf der Straße leben und selten als Haustiere gehalten werden, entzückten und erinnerten uns an Pauli.
Safari im Morgengrauen
Los ging es! Eine Jeep-Kolonne von etwa 6 Wagen startete in den Park.

Damit hatte ich nicht gerechnet: Schon nach den ersten zehn Minuten trafen wir auf eine kleine Elefantenherde.

Es war für mich ein kaum zu beschreibendes Gefühl, diesen stolzen Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum so nah zu kommen. Es fühlte sich fast unwirklich an. Kein Gehege. Keine Absperrung. Nur wir, die Jeeps und diese riesigen Tiere beim Grasen.

Wir beobachteten sie lange. Ruhig und respektvoll.
Und es blieb nicht bei dieser Begegnung.
Wir sahen Wasserbüffel, Pfauen, ein Krokodil, Warane, ein Chamäleon, Geier, Adler, Reiher, riesige Hornissen, sogar eine Dschungelkatze schlief in der Sonne. Jedes neue Tier löste Begeisterung aus. Es war ein ständiges „Da! Schau!“ und „Hast du das gesehen?“.
Weitere Elefantenherden kreuzten unseren Weg. Besonders bewegend war eine Gruppe mit mehreren Babys, eines davon gerade einmal einen Monat alt. Eine schwangere Elefantenkuh lief ebenfalls an uns vorbei.

Ich hätte nie gedacht, dass wir den Tieren so nahekommen und sie so intensiv beobachten würden. Unsere Guides bestätigten später, dass wir außergewöhnlich viele Elefanten gesehen hatten. Lucky us!
Nicht nur die Tiere waren spektakulär, auch das Gerumpel über die Wege und überwinden kleinerer Flüsse hatte seinen eigenen Reiz. Es schüttelte uns ordentlich durch auf unseren Sitzen.



Dieses Safari-Erlebnis musste ich erst einmal sacken lassen.
Gegen 11 Uhr waren wir zurück im Hotel und genossen ein spätes, lokales Frühstück. Danach Pause. Die Kinder sprangen in den Pool, Florin übte weiter mit Unterstützung seiner Geschwister das Schwimmen.
Roti, Reisfelder und Baumhäuser
Am Nachmittag fuhren wir zu einem Stausee in der Nähe von Habarana. Unterwegs hielten wir an einer kleinen Hütte. Dort wurden uns frische Roti serviert, direkt aus der Pfanne, mit einem unfassbar leckeren Kokos-Sambal.


Unfassbar scharf.
Unfassbar gut.
Food-Himmel!

Gegessen wurde mit den Fingern, serviert auf zerkratzten Plastiktellern. Es gab sogar eine Schaukel, die Florin sofort in Beschlag nahm.
Direkt gegenüber lag das Reisfeld der Familie.
Onkel hatte uns bereits erzählt, dass die Bauern hier nachts kaum schlafen. Die Felder liegen mitten in den Elefantengebieten. Wenn die Tiere kommen, können sie innerhalb weniger Minuten große Teile der Ernte zerstören.
Um das zu verhindern, schlafen die Bauern in Baumhäusern, etwa zwölf Meter über dem Boden. Kommen Elefanten, versuchen sie, diese mit Lärm, Feuer oder Gesang zu vertreiben.

In der Nacht zuvor hatte ein Elefant in der Nähe unserer Unterkunft für Unruhe gesorgt, berichtete Onkel.
Während die Roti frisch zubereitet wurden, schauten wir uns das Reisfeld an. Pubu und Valentina kletterten mutig ins Baumhaus. Respekt. Der Ausblick war fantastisch.


Am See angekommen, sahen wir Menschen baden, ihre Wäsche waschen oder einfach im Wasser stehen. Alltagsszenen.
Lion’s Rock – oder lieber doch nicht
Weiter ging es zum Lion’s Rock (Sigiriya).
Dort wurde es plötzlich sehr touristisch. Viele Menschen, viel Gedränge. Wir entschieden uns bewusst dagegen, hinaufzusteigen. Zu viele Menschen, zu gefährlich für Florin.


Manchmal ist Nicht-Machen die bessere Entscheidung. Unsere Reise soll für alle ein Abenteuer sein, aber nicht um jeden Preis.

Nightshop und 10-Euro-Glück
Es war Abend geworden und wir kehrten wir in einen kleinen Nightshop ein. Für neun Personen inklusive Getränke zahlten wir umgerechnet etwa zehn Euro. Alle von Locals frequentierten Gaststätten sind hier sehr einfach, aber die Gerichte super lecker. Es gibt nur wenig Auswahl, dafür ist dann alles perfekt.
Es gab Hoppers, Egg Hoppers, Kottu, Hähnchenreis.
Scharf. Sehr scharf. Und sehr gut.


Wieder wurden wir neugierig betrachtet, aber immer freundlich. Nirosh und Onkel aßen mit uns. Onkel kümmerte sich rührend um Oma Steffi und Florin: eine Serviette hier, ein nachgeschenktes Glas dort, Spielzeug aufheben, mit einem Lächeln. Ein einfühlsamer Mann mit sympathischer Zahnlücke. 66 Jahre alt, genau wie Oma Steffi. Und ein Mensch voller Wärme, Geschichten und Sympathie.
Elefanten vor der Hütte
Nach dem Essen kauften wir noch Bier und Wein, um unsere Guides im Garten auf ein Getränk einzuladen. Der Abend klang entspannt aus.
Bis Nirosh und Onkel aufbrechen wollten.
Es ging nicht.
Zwei Elefanten standen hinter Valentinas und Leos Hütte. Zu gefährlich, jetzt loszufahren. Es dauerte lange, bis die beiden schließlich mit dem TukTuk starten konnten.
Wieder einmal wurde uns klar, dass wir hier wirklich im Lebensraum dieser Tiere unterwegs waren.
Wer hat Recht?
Die Menschen bauen Reis an, oft genau dort, wo Elefanten seit Jahrhunderten wandern.
Die Elefanten zerstören die Felder, weil sie ihrem natürlichen Instinkt folgen.
Die Menschen haben Hunger.
Die Elefanten brauchen Raum.
Wer hat Recht?
Es ist schwer zu sagen. Ein friedliches Miteinander wäre wünschenswert, doch in der Realität bedeutet es tägliche Abwägung, Kompromiss, Risiko.
Für uns war es ein aufregender Abend.
Für viele hier ist es Alltag.
Was für ein wahnsinnig intensiver Tag mit unfassbar vielen Eindrücken.
Ich musste das erst einmal verdauen und war froh, es hier aufzuschreiben, um es festzuhalten.
So aufregend…. Gut, dass Ihr so tolle und umsichtige Guides an Eurer Seite habt.