Barfuß zwischen Bodhi-Baum und Stupa

Am zeitigen Vormittag holte uns unser Fahrer vom Hotel ab. Die Sonne stand bereits hoch, als wir uns auf den Weg zu einem der wichtigsten spirituellen Orte Sri Lankas machten: Sri Maha Bodhi.

Sri Maha Bodhi

Sri Maha Bodhi ist kein Tempel im klassischen Sinne, sondern ein Baum. Und doch ist er einer der heiligsten Orte des Buddhismus. Der Bodhi-Baum in Anuradhapura gilt als direkter Ableger jenes Baumes, unter dem Siddhartha Gautama vor über 2.500 Jahren die Erleuchtung erlangte. Seit mehr als zwei Jahrtausenden wird dieser Baum hier gepflegt, bewacht und verehrt.

Schuhe aus!

Schon am Eingang zogen wir unsere Schuhe aus. Ab hier ging es barfuß weiter, ohne Kopfbedeckung. Der Sand war bereits am Vormittag erstaunlich warm, am Nachmittag wäre das für unsere europäischen Füße vermutlich eine echte Herausforderung geworden.

Menschen in weißen Gewändern brachten Blumen, verharrten still, berührten ehrfürchtig den Boden. Es lag eine besondere Ruhe in der Luft. Keine aufgesetzte Feierlichkeit, eher eine stille Selbstverständlichkeit.

Der Bodhi-Baum.

Ein junger Mann trat vorsichtig auf uns zu und bat darum, ein Foto von Florin und Valentina machen zu dürfen. Unser „Onkel“ erklärte uns später, dass das Ehepaar seit langer Zeit auf ein Kind hoffe. In diesem Ritual stecke die Hoffnung, durch das Abbild gesunder Kinder dem eigenen Wunsch näherzukommen. Es war ein Moment, der mich sehr berührte.

Lagebesprechung im Schatten.

Wir wurden immer wieder neugierig betrachtet, aber nie aufdringlich. Besonders Florin stand im Mittelpunkt, vor allem als er sich im Sand niederließ um mit seinen Dinos zu spielen. Jedes Lächeln, das ich verschenkte, kam zurück.

Die Gang und Dino.
Schuhe zurück.
Wasserlilien.
Unsere heutige prinzessin.

Ruwanwelisaya

Der nächste Halt war die Stupa Ruwanwelisaya – eine der bedeutendsten buddhistischen Stätten des Landes. Die große, weiß leuchtende Kuppel wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. errichtet und soll Reliquien Buddhas beherbergen. Sie gehört zu den wichtigsten Pilgerorten Sri Lankas.

Stupa.

Schon von weitem wirkte sie monumental und zugleich erstaunlich ruhig. Glatt, fast vollkommen, strahlte sie im Sonnenlicht. Gläubige umrundeten die Stupa im Uhrzeigersinn, manche beteten, andere saßen still im Schatten.

Auch hier gingen wir barfuß, ohne Kopfbedeckung. Pubuduni hatte uns im Vorfeld instruiert: lange Hosen oder Röcke, bedeckte Schultern – Respekt zeigt sich auch in der Kleidung.

Dank unseres „Boss-Babys“ durften wir mit dem Auto relativ nah heranfahren und mussten keine langen Wege zurücklegen. Während wir die Anlage erkundeten, knabberte Florin entspannt die selbstgemachten Cookies von Pubus Mama und ließ sich vom Onkel im Kinderwagen von Schattenplatz zu Schattenplatz schieben.

Die Atmosphäre war auch hier besonders. Ich hatte das Gefühl, ausschließlich freundlichen und wohlgesonnenen Menschen zu begegnen. Vielleicht lag es am Ort. Vielleicht an unserer eigenen Haltung.

Schatten, Curry und ein verstecktes Restaurant

Nach all der Sonne sehnten wir uns nach Schatten und kühlen Getränken. Unser Reiseteam brachte uns zu einem versteckten Restaurant, von außen unscheinbar, innen eine kleine Oase. Wir genossen wunderbares Curry und einen erfrischenden Nachtisch, während draußen die Hitze flimmerte.

Lunch im Schatten.
Läuft nur so weit, wie das Bluetooth-Signal reicht.
Das Gurken-Curry war besonders lecker.

Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir an einem Stausee, der die umliegenden Reisfelder versorgte. Dort gab es unzählige Affenfamilien in den Bäumen, aber auch Papageien und Schmetterlinge. Der kurze Halt hat uns Spaß gemacht.

Über uns Papageien.
Blondes Äffchen.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück. Nach einer kurzen Pause machten wir uns erneut auf den Weg, diesmal zu einem Restaurant mit Live-Musik.

Dort stand ein entzückender älterer Herr an einer kleinen Kochstation und bereitete Hoppers zu. Hoppers – oder „Appa“ – sind schalenförmige, knusprige Pfannkuchen aus fermentiertem Reismehlteig mit Kokosmilch. Außen dünn und kross, innen weich. Man isst sie pur, mit Ei in der Mitte oder zusammen mit Curry.

Konzentrierte Zubereitung der Hoppers.

Wir saßen da, hörten Musik, beobachteten das Wenden der Hoppers in der heißen Pfanne und merkten, wie sich dieser Tag ruhig und rund anfühlte.

Barfuß durch Geschichte.
Und abends knusprige Reispfannkuchen. Lucky us.

2 Gedanken zu „Barfuß zwischen Bodhi-Baum und Stupa

  1. Wahnsinn so tolle Fotos und Erlebnisse…. Sehr berührend der Ausflug zu Pubudunis Familie… und deine Bescheibung des köstlichen Essens macht direkt Appetit!
    Weiter so!

Schreibe einen Kommentar zu Dennis3487 Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert